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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Anforderungen an intelligente Implantate aus Sicht verschiedener Stakeholder bei muskuloskelettalen Erkrankungen

Selina Englmeier - UKSH Lübeck, Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie, Lübeck, Deutschland
Viktoria Liv Pollok - UKSH Lübeck, Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie, Lübeck, Deutschland
Maike Schnoor - UKSH Lübeck, Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie, Lübeck, Deutschland
Alexander Katalinic - UKSH Lübeck, Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie, Lübeck, Deutschland

Text

Hintergrund: Muskuloskelettale Erkrankungen zählen zu den häufigsten altersassoziierten Gesundheitsproblemen und verursachen sowohl individuelle als auch gesundheitspolitische Belastungen. Sensorbasierte intelligente Implantate ermöglichen eine kontinuierliche Überwachung des Heilungsverlaufs und die frühzeitige Erkennung von Komplikationen, erfordern jedoch eine konsequente Ausrichtung an Nutzer:innenbedürfnisse.

Zielsetzung/Fragestellung: Identifikation von Anforderungen von medizinischem Fachpersonal und Patient:innen mit muskuloskelettalen Erkrankungen.

Material & Methoden: Im Rahmen des europäischen Projekts SmILE wurden zwischen November 2025 und Februar 2026 semistrukturierte Interviews mit beiden Zielgruppen via Videokonferenz durchgeführt. Die Videos wurden aufgezeichnet, transkribiert und mittels thematischer Analyse nach Braun und Clarke (2006) ausgewertet.

Ergebnisse: Physiotherapeut:innen (n=8), Orthopäd:innen (n=5) und weitere Fachpersonen (n=3) sehen zentrales Potenzial intelligenter Implantate in einer kontinuierlichen Erhebung klinisch relevanter Parameter, wie Muskelaktivierung sowie Belastungs- und Bewegungsausmaß, die eine individualisierte Therapie und frühzeitige Komplikationserkennungen ermöglichen.

Die befragten Patient:innen (n=7) äußerten ein starkes Interesse an kontinuierlichem Zugang zu Informationen zum Heilungsverlauf, Sicherheit im Umgang mit Implantaten und verbesserter Kommunikation mit medizinischem Fachpersonal, die nach entsprechender Zustimmung Zugriff auf relevante Daten erhalten.

Diskussion: Es zeigt sich ein hohes Potenzial intelligenter Implantate für eine individualisierte Versorgung und verbessertes Monitoring. Für die weitere Forschung ergibt sich die Notwendigkeit nutzer:innenzentrierter, datenschutzsensibler Lösungen sowie transparenter Datenzugriffsmodelle zur Förderung von Akzeptanz und Implementierung.

Take Home Message für die Praxis: Intelligente Implantate ermöglichen eine kontinuierliche Überwachung des Heilungs- und Gesundheitszustands und stoßen bei beiden Zielgruppen auf hohe Akzeptanz. Die Ergebnisse verdeutlichen die zentrale Bedeutung einer, bedarfsorientierten Entwicklung für den erfolgreichen Einsatz dieser sensiblen Technologie.

Interessenkonflikte: Keine