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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Interventionen zur Förderung der kritischen Gesundheitskompetenz – ein Scoping Review

Martin Kalteis - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Gesundheits-, Hebammen- und Pflegewissenschaft, Deutschland
Anke Steckelberg - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Gesundheits-, Hebammen- und Pflegewissenschaft, Deutschland
Sandro Zacher - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Gesundheits-, Hebammen- und Pflegewissenschaft, Deutschland
Jana Hinneburg - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Gesundheits-, Hebammen- und Pflegewissenschaft, Deutschland

Text

Hintergrund: Kritische Gesundheitskompetenz beinhaltet die kritische Bewertung von Gesundheitsinformationen und ermöglicht informierte Entscheidungen. Bislang ist nur begrenzt systematisiert, welche Interventionen zur Förderung von kritischer Gesundheitskompetenz existieren, wie diese Interventionen umgesetzt und evaluiert wurden und auf welchen Konzepten von kritischer Gesundheitskompetenz sie basieren.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel war es, Interventionen zu identifizieren, zentrale Merkmale sowie Barrieren und förderliche Faktoren zu beschreiben.

Material & Methoden: Es wurde ein Scoping Review mit einer systematischen Literaturrecherche in MEDLINE, CINAHL, APA PsycInfo, PSYNDEXplus und ERIC bis September 2025 durchgeführt. Ergänzend erfolgte eine rückwärtsgerichtete Zitationssuche. Eingeschlossen wurden Publikationen zu Interventionen mit explizitem oder implizitem Bezug zu kritischer Gesundheitskompetenz. Die Daten wurden narrativ berichtet.

Ergebnisse: Die Datenbankrecherche ergab 3.715 Studien und die Zitatsuche 117 zusätzliche Studien. Es wurden 81 Publikationen, die 53 verschiedene Interventionen beschrieben, einbezogen. Die Interventionen wurden in 20 Ländern durchgeführt und hauptsächlich in Bildungseinrichtungen umgesetzt, wobei sie sich meist an Schüler:innen und Studierende richteten. Die meisten Interventionen konzentrierten sich auf die Fähigkeit zur Bewertung von Gesundheitsinformationen und individuelles Handeln (z. B. informierte Entscheidungsfindung), während umfassendere Dimensionen wie das Verständnis sozialer Determinanten von Gesundheit und kollektives Handeln seltener behandelt wurden. Zu den Hindernissen bei der Umsetzung zählten begrenzte Zeit und Ressourcen, Einschränkungen der technischen Infrastruktur und hohe Anforderungen an die Lehrenden, während die Unterstützung durch Führungskräfte, Schulungen, Coaching und hochwertige Lernmaterialien als förderliche Faktoren gewertet wurden.

Diskussion: Künftige Interventionen sollten explizit als komplexe Interventionen umfassend entwickelt, evaluiert und implementiert werden und transparent darlegen, welche Konstrukte von kritischer Gesundheitskompetenz zugrunde gelegt wurden.

Take Home Message für die Praxis: Es liegen zahlreiche Interventionen vor, von denen einige bereits evaluiert wurden. Entscheidungstragende können an diese Interventionen anknüpfen und ggf. Adaptationen oder weitere Evaluationen durchführen.

Interessenkonflikte: Keine