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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Aktueller Stand und Optimierungspotentiale der primären Gesundheitsversorgung für trans* Personen in Deutschland – Studienprotokoll zum Mixed-Methods-Projekt „Trans*power“

Imke Koch - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland
Alexandra Glizner - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland
Ska Salden - Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Allgemeinmedizin, Göttingen, Deutschland
Irene Brückner - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland
Malte Klemmt - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland
Frank Müller - Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Allgemeinmedizin, Göttingen, Deutschland; Michigan State University, Department of Family Medicine, USA
Stephanie Stiel - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland

Text

Hintergrund: Trans* Personen (Personen, die sich nicht mit dem ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren) können aufgrund von Stigmatisierung und Diskriminierung Minderheitenstress ausgesetzt sein, was sich negativ auf die körperliche und psychische Gesundheit auswirken kann. Manche trans* Personen wünschen Hormonersatztherapien oder geschlechtsangleichende OPs im Rahmen einer Transition. Diese spezifischen Belastungen und Bedarfe erfordern eine zugängliche und affirmative Gesundheitsversorgung, aber internationale Untersuchungen weisen auf Zugangsbarrieren und Versorgungsdefizite hin. Für die Primärversorgung in Deutschland liegen bislang wenige Ergebnisse hierzu vor.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist, den aktuellen Stand der primären Gesundheitsversorgung von trans* Personen aus verschiedenen Perspektiven zu untersuchen und praxisrelevante Empfehlungen zur Verbesserung abzuleiten.

Material & Methoden: Mit einem Mixed-Methods-Ansatz werden Erfahrungen und Bedarfe hinsichtlich der Gesundheitsversorgung von trans* Personen aus drei Perspektiven untersucht: 1) trans* Personen (longitudinale qualitative Interviews und quantitative Online-Befragung); 2) nahestehende Personen aus dem Umfeld von trans* Personen (qualitative Interviews); 3) Versorgende (qualitative Interviews). Die Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen und die Morbidität von trans* Personen werden anhand von Krankenkassendaten analysiert. Zusätzlich werden Lücken in den Lehrplänen medizinischer Berufe in Bezug auf die Versorgung von trans* Personen ermittelt. Aus den Ergebnissen werden Empfehlungen abgeleitet und von Expert:innen hinsichtlich Relevanz und Machbarkeit in einem Delphi-Verfahren konsentiert. Die Beteiligung von Stakeholder:innen wird gegenwärtig ausgestaltet.

Ergebnisse: Da es sich um ein Studienprotokoll handelt, liegen noch keine Ergebnisse vor. Berichtet werden Studiendesign und Umsetzungsstand.

Diskussion: Trans*power soll einen umfassenden Einblick in die aktuelle Versorgungssituation und Bedarfe von trans* Personen und Versorgenden ermöglichen und zu einer trans*sensibleren Primärversorgung beitragen. Eine erweiterte Anwendung der Empfehlungen in anderen fachärztlichen Praxen sowie in der stationären Versorgung von trans* Personen ist denkbar.

Take Home Message für die Praxis: Trans* Personen bedürfen einer zugänglichen, diskriminierungsfreien und affirmativen Primärversorgung. In Trans*power finden wir heraus, was es braucht, um diese zu gewährleisten.

Interessenkonflikte: Keine