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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Kartierung und Evidenzüberprüfung der Versorgungsanbieter und -angebote für Post-COVID-19 in Deutschland

Annika Oeser - Medizinische Fakultät und Uniklinik Köln, Universität zu Köln, Institut für Öffentliches Gesundheitswesen, Köln, Deutschland
Ünsal Çolakkeskin - Medizinische Fakultät und Uniklinik Köln, Universität zu Köln, Institut für Öffentliches Gesundheitswesen, Köln, Deutschland
Carina Werner - Medizinische Fakultät und Uniklinik Köln, Universität zu Köln, Institut für Öffentliches Gesundheitswesen, Köln, Deutschland
Ina Monsef - Medizinische Fakultät und Uniklinik Köln, Universität zu Köln, Institut für Öffentliches Gesundheitswesen, Köln, Deutschland
Clara Lehmann - Medizinische Fakultät und Uniklinik Köln, Universität zu Köln, Klinik I für Innere Medizin, Schwerpunkt Infektiologie, Köln, Deutschland
Nicole Skoetz - Medizinische Fakultät und Uniklinik Köln, Universität zu Köln, Institut für Öffentliches Gesundheitswesen, Köln, Deutschland
Nora Cryns - Medizinische Fakultät und Uniklinik Köln, Universität zu Köln, Institut für Öffentliches Gesundheitswesen, Köln, Deutschland

Text

Hintergrund: Die Versorgung von Menschen mit Post-COVID-19-Syndrom (PCS) ist durch eine wachsende, heterogene Anbieterlandschaft geprägt. Versorgungsangebote sind vielfältig, aber Evidenzbasierung, Kostenübernahme und Umfang sind für Betroffene häufig unklar. Systematische Übersichten zur Versorgungsrealität fehlen bislang.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist eine umfassende Kartierung aller Versorgungsanbieter und -angebote für PCS in Deutschland mit Überprüfung der Evidenzlage.

Material & Methoden: Das Projekt wird durch regelmäßige Treffen mit einem Beratungskomitee aus Betroffenen und Krankenkassenvertretungen begleitet, mit Rücksicht auf ihre Bedürfnisse und Kapazitäten. Es wird eine Evidenzkartierung in Anlehnung an PRISMA-ScR in zwei Schritten erstellt: (1) Identifikation und Extraktion von Anbietern mit strukturierten Handsuchen über Google und Register. Eingeschlossen sind Anbieter in Deutschland, die PCS-Diagnostik/Behandlungen online nennen und mindestens einen Betroffenenkontakt vorsehen. Nach vordefiniertem Kodierhandbuch werden Informationen den Internetauftritten entnommen und codiert, spezifische Behandlungen/Diagnostik werden als Angebote erfasst. (2) Überprüfung der Evidenz der Angebote durch Abgleich mit evidenzbasierten Leitlinien und Suchen nach Evidenzsynthesen. Die Entwicklung der Extraktionskategorien erfolgt unter Einbindung von Betroffenen. Die Informationen werden in EPPI-Reviewer eingepflegt, Evidenzkarten mit EPPI-Mapper erstellt.

Ergebnisse: 830 Anbieter wurden identifiziert, 645 extrahiert. 185 Anbieter entsprachen im Verlauf nicht mehr den Einschlusskriterien. Vorläufige Ergebnisse deuten eine große Zahl an Selbsthilfe (n = 164), Therapie (n = 158) und Rehabilitation (n = 147) an. Fachrichtungen sind vielseitig, häufig interdisziplinär (n = 100). Angaben zu Kostenübernahme, Behandlungs-/Diagnostikinhalten, Wartezeiten oder Barrierefreiheit fehlen oft. Die Kodierung in EPPI-Reviewer ist laufend.

Diskussion: Durch die Einbindung von Betroffenen und Krankenkassenvertretungen ist eine praxisrelevante Ausrichtung der Projektarbeit möglich. Die vorläufigen Ergebnisse zeigen eine breite, teils intransparente Versorgungslandschaft. Fehlende Informationen im Internet können den Zugang erschweren. Die Evidenzprüfung wird einen Einblick in die Versorgung von PCS erlauben. Die Kartierung wird im Herbst 2026 abgeschlossen sein.

Take Home Message für die Praxis: Standardisierte, verständliche Informationen zu Versorgungsangeboten sind vor Erstkontakt notwendig, um Betroffenen die Navigation zu erleichtern.

Interessenkonflikte:

AO, ÜÇ, CW, IM, NS, NC – keine

CL – Sprecherin der PAIS AG (DZG), Mitglied der Steuerungskreis zur Nationalen Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen der Bundesregierung