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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Post-COVID: Erfahrungen mit der ambulanten Versorgung aus Sicht niedergelassener Spezialist:innen - eine qualitative Interviewstudie

Constantin Gastl - Universitätsklinikum Würzburg, Institut für Allgemeinmedizin, Würzburg, Deutschland
Hanna Schrader - Universitätsklinikum Würzburg, Institut für Allgemeinmedizin, Würzburg, Deutschland
Veronika Deyerl - Universitätsklinikum Würzburg, Institut für Allgemeinmedizin, Würzburg, Deutschland
Ronja Kleine - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Institut für Allgemeinmedizin, Deutschland
Hanna Kaduszkiewicz - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Institut für Allgemeinmedizin, Deutschland
Christine Eidenschink - Universitätsklinikum Würzburg, Institut für Allgemeinmedizin, Würzburg, Deutschland
Stefanie Joos - Universitätsklinikum Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung, Tübingen, Deutschland
Christian Förster - Universitätsklinikum Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung, Tübingen, Deutschland
Ildikó Gágyor - Universitätsklinikum Würzburg, Institut für Allgemeinmedizin, Würzburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Die Versorgung von Post-COVID-Betroffenen erfolgt überwiegend ambulant und erfordert interdisziplinäre Zusammenarbeit. Über die Erfahrungen niedergelassener spezialisierter Fachärzt:innen in der ambulanten Post-COVID-Versorgung liegen bislang wenige Erkenntnisse vor.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist es, Herausforderungen und Versorgungsbedarfe in der ambulanten Post-COVID-Versorgung aus Sicht von spezialisierten Fachärzt:innen zu untersuchen.

Material & Methoden: Es werden semistrukturierte Leitfadeninterviews mit an der ambulanten Versorgung von Post-COVID-Patient:innen beteiligten spezialisierten Fachärzt:innen geführt. Die Rekrutierung erfolgt deutschlandweit über fachärztliche Netzwerke mittels Convenience-Sampling. Geplant sind 15–20 Interviews. Die Studie ist Teil der vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten multizentrischen Studie "Langzeitverläufe und Gesundheitsversorgung von Patient:innen mit Post-COVID – eine Studie in der Primärversorgung". Die Auswertung erfolgt mittels reflexiver thematischer Analyse nach Braun & Clarke.

Ergebnisse: Erste Interviewergebnisse (n = 8) verdeutlichen die zentrale Rolle ambulanter spezialisierter Fachärzt:innen bei der initialen Diagnostik und Therapieplanung von Post-COVID. Gleichzeitig berichten die Befragten von Unsicherheiten in der evidenzbasierten Entscheidungsfindung und fehlender struktureller Unterstützung im Gesundheitssystem. Hausärzt:innen werden als wichtiger Erstkontakt und Koordinationsinstanz wahrgenommen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit wird jedoch durch unklare Zuständigkeiten, eingeschränkte Kommunikation und fehlende standardisierte Versorgungsstrukturen erschwert. Pacing und symptomorientierte Maßnahmen gelten als zentrale Therapieansätze, ergänzt durch spezialisierte Rehabilitationsangebote. Die Befragten äußern den Bedarf an Fortbildungen und praxisnahen Leitlinien.

Diskussion: Niedergelassene spezialisierte Fachärzt:innen erleben strukturelle Defizite in der Post-COVID-Versorgung, insbesondere bei klaren Zuständigkeiten und koordinierten Versorgungsprozessen. Die diagnostische Unsicherheit verdeutlicht den Mangel an praxisnahen Leitlinien sowie systemische Schnittstellenprobleme zwischen haus- und fachärztlicher Versorgung.

Take Home Message für die Praxis: Praxisnahe Leitlinien, Fortbildungsangebote und verbesserte Kooperationsstrukturen zwischen haus- und fachärztlicher Versorgung sind zentrale Ansatzpunkte zur Verbesserung der ambulanten Betreuung von Patient:innen mit Post-COVID.

Interessenkonflikte: Keine