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- Barrieren und Unterstützungsstrategien bei der Darmkrebsvorsorge für Menschen mit Migrationsgeschichte – eine Mixed-Methods-Studie zu Perspektiven von Hausärzt:innen und Gastroenterolog:innen
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Barrieren und Unterstützungsstrategien bei der Darmkrebsvorsorge für Menschen mit Migrationsgeschichte – eine Mixed-Methods-Studie zu Perspektiven von Hausärzt:innen und Gastroenterolog:innen
Text
Hintergrund: Studien aus verschiedenen Ländern zeigen, dass Menschen mit Migrationsgeschichte beim Zugang zur Darmkrebsvorsorge auf Barrieren stoßen, die eine informierte Entscheidung über die Teilnahme erschweren können. Hausärzt:innen und Gastroenterolog:innen spielen eine wichtige Rolle bei der Förderung informierter Entscheidungen, da sie zentrale Ansprechpartner:innen für Präventionsangebote sind.
Zielsetzung/Fragestellung: Bisher ist wenig darüber bekannt, welche Barrieren Hausärzt:innen und Gastroenterolog:innen beim Zugang von Menschen mit Migrationsgeschichte zur Darmkrebsvorsorge wahrnehmen und welche Strategien sie zur Unterstützung informierter Entscheidungen einsetzen. Ziel der Studie war es daher, diese Aspekte zu untersuchen.
Material & Methoden: Es wurde ein sequenzielles Mixed-Methods-Design verwendet. Zwischen Juli 2024 und Februar 2025 wurden alle elektronisch erfassten Hausärzt:innen (N=15.740) und Gastroenterolog:innen (N=868) in Deutschland per E-Mail zu einer Online-Befragung eingeladen. Ergänzend wurden n=7 leitfadengestützte Experteninterviews mit Hausärzt:innen und Gastroenterolog:innen durchgeführt. Quantitative Daten wurden deskriptiv, qualitative Daten mittels Inhaltsanalyse nach Kuckartz ausgewertet.
Ergebnisse: Als zentrale Barrieren in der Online-Befragung (Rücklaufquote: 6,1%, n=812) nannten Ärzt:innen mangelndes Wissen (77,4%), Scham (74,8%), Sprachbarrieren (74,5%) und Orientierungsschwierigkeiten im Gesundheitssystem (72,1%). Als hilfreich galten einfache Sprache (94,8%), mehrsprachige Informationsmaterialien (92,7%) und ausführliche Aufklärung (82,2%), werden jedoch im Praxisalltag häufig nur begrenzt umgesetzt. Qualitative Ergebnisse weisen zudem auf religiöse Vorstellungen im Zusammenhang mit rektalen Untersuchungen, familiäre Entscheidungsstrukturen und schwierige Lebensbedingungen zur Durchführung von Präventionsmaßnahmen hin. Einige Ärzt:innen berichteten außerdem, dass sie Darmkrebsvorsorge bei Patient:innen mit Migrationsgeschichte teilweise zurückhaltender ansprechen.
Diskussion: Barrieren beim Zugang zur Darmkrebsvorsorge liegen nicht nur auf Patientenseite. Auch strukturelle Rahmenbedingungen der Versorgung sowie Annahmen von Ärzt:innen über mögliche Vorbehalte können beeinflussen, inwieweit Patient:innen eine informierte Entscheidung treffen.
Take Home Message für die Praxis: Um informierte Entscheidungen zur Darmkrebsvorsorge bei Menschen mit Migrationsgeschichte zu fördern, müssen Präventionsangebote stärker an ihre Lebensrealitäten angepasst und Ärzt:innen im Praxisalltag besser unterstützt werden.
Interessenkonflikte: Die Autor:innen erklären, dass keine Interessenkonflikte bestehen.



