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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Wahlfach „Migrant health“: Interkulturelles Lehrangebot zur medizinischen Versorgung von Migrant:innen und Wohnungslosen
Text
Hintergrund: Aktuell leben in Sachsen knapp 100.000 Asyl- und Schutzsuchende(1) sowie knapp 7.000 wohnungslose Personen (2). Die medizinische Versorgung dieser vulnerablen Patientengruppen erfordert besondere Kompetenzen. Bis Ende 2025 wurden in den sächsischen Internationalen Praxen (IP) täglich je etwa 80 Patienten mit unterschiedlicher kultureller Herkunft behandelt. Die Beratung und Behandlung dieser Patientengruppe ist zeitintensiv und benötigt Fähigkeiten, deren Vermittlung bisher nicht in die Pflichtlehre inkludiert ist. Das Wahlfach „Migrant health“ zielt seit 2016 auf die Verbesserung der fachlichen und kommunikativen Kompetenzen von Medizinstudierenden in der interkulturellen Arzt-Patienten-Interaktion und dadurch die medizinische Versorgung von Geflüchteten und Migranten ab. Seit 2025 gibt es einen zusätzlichen Schwerpunkt in der medizinischen Versorgung wohnungsloser Patient:innen.
Zielsetzung/Fragestellung: Das von der Medizinischen Fakultät geförderte Wahlfach „Migrant health“ wurde weiterentwickelt, um fachliche und kommunikative Kompetenzen von Medizinstudierenden in der Arzt-Patienten-Interaktion mit vulnerablen Patientengruppen zu fördern und dadurch die medizinische Versorgung dieser zu verbessern. Strategien zum Umgang mit sozialen Ungleichheiten und psychosozialen Determinanten werden integriert.
Material & Methoden: Die Lehre erfolgt über Seminare, Training mit Schauspielpatienten (drei Fallbeispiele) sowie Praktika u. a. in der IP und KosMOS (kostenlose medizinische Sprechstunde für Obdachlose/Wohnungslose in Dresden) mit individueller Supervision.
Ergebnisse: Die Teilnehmerzahl pro Semester liegt bei max. 15 Studierenden des 4.–5. Studienjahrs. Die Kursevaluation zeigt, dass die Studierenden sehr zufrieden mit der Organisation, mit dem Lernkonzept sowie den Kursinhalten sind. Das Lehrkonzept sowie detaillierte Evaluationsergebnisse werden auf dem Kongress präsentiert.
Diskussion: Studierende haben einen Bedarf an Vermittlung von kultursensitiven Kenntnissen und Fähigkeiten. Diese sind in allen Fachdisziplinen zunehmend notwendig, um die medizinische Versorgung vulnerabler Patientengruppen, insbesondere Wohnungsloser und Migranten, bedarfsorientiert zu ermöglichen und Ressourcen effizienter einzusetzen.
Take Home Message für die Praxis: Die Ausbildung und Sensibilisierung medizinischen Personals durch Fachwissen, Kommunikationstraining und individuelle Supervision sind wichtig um künftige Fachkräfte des Gesundheitswesens besser auf die Herausforderungen von Migration und die Gesundheitsversorgung vulnerabler Gruppen vorzubereiten.
Interessenkonflikte: Keine



