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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Intermittierendes Fasten bei Adipositas in der Hausarztpraxis – Ergebnisse einer randomisiert-kontrollierten Implementierungsstudie innerhalb des Forschungspraxennetzes Baden-Württemberg (INDUCT)

Hannah Haumann - Universitätsklinikum Tübingen, Medizinische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung, Tübingen, Deutschland
Andreas Polanc - Universitätsklinikum Tübingen, Medizinische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung, Tübingen, Deutschland
Braun Lorena - Universitätsklinikum Tübingen, Medizinische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung, Tübingen, Deutschland
Feil Elke - Universitätsklinikum Tübingen, Medizinische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung, Tübingen, Deutschland
Stephanie Biergans - Universitätsklinikum Tübingen, Medical Data Integration Center, Department für Informationstechnologie und Angewandte Medizininformatik, Tübingen, Deutschland
Claudia Salm - Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Institut für Allgemeinmedizin, Freiburg, Deutschland
Frank Peters-Klimm - Universitätsklinikum Heidelberg, Medizinische Fakultät der Ruprecht-Karls Universität Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Anne Barzel - Universitätsklinikum Ulm, Medizinische Fakultät der Universität Ulm, Institut für Allgemeinmedizin, Ulm, Deutschland
Patrick Schmutz - Hochschule Reutlingen, Reutlingen Research Institute, Reutlingen, Deutschland
Roland Koch - Philipps-Universität Marburg, Institut für Allgemeinmedizin, Marburg, Deutschland
Daniela Koppold - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie AG Klinische Naturheilkunde, Berlin, Deutschland; Immanuel Krankenhaus Berlin, Hochschulambulanz für Naturheilkunde, Berlin, Deutschland
Stefanie Joos - Universitätsklinikum Tübingen, Medizinische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen, Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung, Tübingen, Deutschland

Text

Hintergrund: Adipositas ist ein wachsendes Gesundheitsproblem mit erheblichen Auswirkungen auf die Lebensqualität und ein Risikofaktor für Erkrankungen wie Diabetes. In der hausärztlichen Versorgung mangelt es an evidenzbasierten (nicht-medikamentösen) Strategien zur Gewichtsregulation. Zeitlich begrenzte Nahrungsaufnahme (Time-Restricted Eating, TRE) ist eine vielfach diskutierte Strategie zur Gewichtsregulation mit bisher unklarer Evidenz insbesondere in Bezug auf Gewichtsregulation und stoffwechsel- und patientenbezogene Outcomes.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Studie war es, 1. den Effekt von TRE in einem 16:8 Schema (16 Stunden Fasten; 8 Stunden Nahrungsaufnahme) in einem hausärztlichen Patientenkollektiv mit Adipositas über 6 Monaten zu untersuchen und dabei 2. Faktoren zur Machbarkeit einer Interventionsstudie im neu aufgebauten Forschungspraxennetz Baden-Württemberg (FoPraNet-BW) zu erfassen.

Material & Methoden: Randomisiert- kontrollierte Implementierungsstudie vom Typ Hybrid I, durchgeführt in Forschungspraxen des FoPraNet-BW zwischen August 2023 und Februar 2025. Eingeschlossen wurden Patient:innen mit einem Body-Mass-Index von 30 bis 45 kg/m². Die Interventionsgruppe führte über 6 Monaten TRE nach dem 16:8 Schema durch, die Kontrollgruppe erhielt die übliche Versorgung ("treatment as usual"). Die Randomisierung erfolgte 1:1. Primärer Endpunkt war die Veränderung des Körpergewichts nach 6 Monaten, sekundäre Endpunkte umfassten patientenbezogene Outcomes (z.B. Lebensqualität) sowie Aspekte der Machbarkeit der Studie im FoPraNet-BW. Datenanalyse mittels Intention-to-treat-Ansatz.

Ergebnisse: Es wurden 147 Patient:innen in 37 Forschungspraxen rekrutiert und randomisiert. Die Studie konnte grundsätzlich wie geplant durchgeführt werden, die geplante Fallzahl (208 Patient:innen) wurde nicht erreicht. Die Ergebnisse der Auswertung des primären Endpunkts sowie zu weiteren Aspekten der Machbarkeit liegen bis zum Kongress vor.

Diskussion: Es wird erwartet, dass die Ergebnisse einen Beitrag dazu leisten können, die Evidenzlage zum Effekt von TRE im hausärztlichen Patientenkollektiv zu verbessern. Die Ergebnisse müssen vor dem Hintergrund der aktuellen Literatur diskutiert werden und bieten das Potenzial, hausärztliche Handlungsmöglichkeiten für nicht-medikamentöse Strategien bei Adipositas zu erweitern.

Take Home Message für die Praxis: Eine Interventionsstudie zu TRE ist in Praxen eines hausärztlichen Forschungspraxennetzwerks grundsätzlich durchführbar.

Interessenkonflikte:

Andreas Polanc: Keine

Claudia Salm: keine

Roland Koch: keine

Hannah Haumann: Editorin der Zeitschrift für Allgemeinmedizin, MItglied im Vorstand der DESAM

Stephanie Biergans: Keine

Frank Peters-Klimm: keine

Lorena Braun: keine

Anne Barzel: keine

Patrick Schmutz: keine

Stefanie Joos: keine

Daniela Koppold: keine