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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Zwei Jahre stationäre Allgemeinmedizin – eine Zwischenbilanz zur Akzeptanz und Umsetzung aus Sicht der regionalen Gesundheitsversorgenden

Juliane Poeck - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland
Judith Hoffmeyer - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland
Nils Schneider - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland
Katharina van Baal - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin, Hannover, Deutschland

Text

Hintergrund: Im Rahmen des vom G-BA geförderten Projekts STATAMED (01NVF22103) wurde zwischen April 2024 und März 2026 ein neues sektorenübergreifendes, kurzstationäres allgemeinmedizinisches Versorgungsmodell an sechs Standorten in Niedersachsen, Hamburg und Nordrhein-Westfalen implementiert. Es zielt u.a. darauf ab, Patient:innen mit sub-akutem Behandlungsbedarf vor Über- und Fehlversorgung zu schützen. Eine begleitende qualitative Prozessevaluation soll Erkenntnisse zur Umsetzung der neuen Versorgungsform liefern.

Zielsetzung/Fragestellung: Die vorliegende Teilstudie zielt darauf ab, die Akzeptanz zum neuen Versorgungsmodell sowie Einflussfaktoren auf den Implementierungsprozess aus Sicht der regionalen Gesundheitsversorgenden zu erfassen.

Material & Methoden: An vier zu evaluierenden Standorten wurden zu zwei verschiedenen Zeitpunkten (t1: November 2024 – Mai 2025; t2: Oktober 2025 – März 2026) acht Online-Fokusgruppendiskussionen mit 63 Teilnehmenden sowie ca. 35 Einzelinterviews mit dem STATAMED Personal und (potenziellen) Zuweisenden aus hausärztlichen Praxen, Pflegeeinrichtungen und dem Rettungsdienst durchgeführt. Dabei wurden Einstellungen, Barrieren und Gelingensfaktoren sowie Anregungen zur Optimierung des Implementierungsprozesses erfasst. Alle qualitativen Erhebungen wurden digital aufgezeichnet, transkribiert und MAXQDA-gestützt inhaltsanalytisch nach Rädiker und Kuckartz (2019) ausgewertet.

Ergebnisse: Erste Auswertungen weisen darauf hin, dass der überwiegende Teil der Befragten den Mehrwert und das Potential von STATAMED grundsätzlich positiv wahrnehmen und das Modell mit einer guten niederschwelligen, wohnortnahen Versorgung älterer Patient:innen assoziieren. Barrieren bestehen v.a. im Ausbau des Gesundheitspartnernetzwerks, einem zu geringen regionalen Bekanntheitsgrad, Unsicherheiten im Zuweisungsprozess sowie administrativen und strukturellen Herausforderungen.

Diskussion: Die Erkenntnisse können dazu beitragen, den Implementierungsprozess zu optimieren und eine Grundlage für einen möglichen Übergang in die Regelversorgung zu schaffen. Dabei sollten unterschiedliche regionale und strukturelle Voraussetzungen berücksichtigt werden.

Take Home Message für die Praxis: Für die Umsetzung innovativer Versorgungsmodelle ist die Akzeptanz und Einbindung regionaler Akteure von zentraler Bedeutung.

Interessenkonflikte: Keine