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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Evidenzbasiertes Handeln im Hitzeschutz: wie ÖGD, Rettungsdienst und Kommune Daten in zielgerichtete Interventionen übersetzen
Text
Hintergrund: Die zunehmende Erwärmung führt zu mehr Hitzeperioden, die sich in Städten durch Hitzeinseleffekte verstärken. Hitze hat direkte und indirekte Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung, weshalb der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) eine zentrale Rolle in der Mitigation spielt. Durch die Verknüpfung von Wetter- und Gesundheitsdaten lassen sich Interventionen wirksam steuern. Das Dresdner Faktenblatt „Hitze und Gesundheit“ zeigt, wie aus einer integrierten Datenbasis zielgerichtete Interventionen abgeleitet werden können.
Zielsetzung/Fragestellung: Wie werden die im Faktenblatt dargestellten Erkenntnisse in konkrete Steuerungsentscheidungen und Interventionen des ÖGD, der Integrierten Regionalleitstelle (IRLS) bzw. des Rettungsdienstes und der Kommune übersetzt?
Material & Methoden: Wir verknüpften und analysierten für das Faktenblatt retrospektiv Temperaturmessungen, subjektive Hitzebelastung, Rettungsdiensteinsätze sowie Sterbefälle. Die Ergebnisse wurden mit Vertretern des ÖGD, der IRLS sowie kommunalen Planern (Umweltamt, Katastrophenschutz) in fachlichen Gesprächen diskutiert.
Ergebnisse: Die Auswertungen des Faktenblatts ermöglichten dem ÖGD, Stadtteile mit hoher Überwärmung und hoher Altersdichte zu identifizieren und diese gezielt für lokale Kampagnen und Aufklärungsarbeit zu nutzen. Die IRLS nutzt die Analyse der Einsatzdaten für eine dynamische Kapazitätsplanung in Hitzeperioden. Die Kommune entwickelt anhand der Daten Maßnahmen zur bedarfsgerechten Verteilung von kühlen Orten und Trinkwasserbrunnen und verankert diese geodatenbasiert in den Hitzeaktionsplan.
Diskussion: Die Auswertung und Berichterstattung von Temperaturverläufen, Rettungsdienststatistiken und subjektiver Hitzebelastung ermöglichte eine intersektorale Planung zwischen ÖGD, Rettungsdienst und Stadtplanung im Sinne des Public Health Action Cycles. Die Erhebung der Ausgangslage erlaubt zudem evidenzbasierte Evaluationen, z. B. Veränderung von Rettungsdiensteinsätzen nach Umsetzung der Maßnahmen. Herausforderungen bestehen in der Integration von Echtzeitdaten, etwa DWD-Warnstufen mit laufenden Notfalleinsätzen.
Take Home Message für die Praxis: Nutzen Sie regionale Datenauswertungen und Berichte, wie das Dresdner Faktenblatt, um Klima-Gesundheitsinformationen im Sinne von „evidence for action“ gezielt in Steuerungstools zu überführen: für wirkungsvolle Risikokommunikation im ÖGD, effiziente Ressourcenallokation im Rettungsdienst und infrastrukturelle Anpassungen in der Kommune – von der Analyse zur evidenzbasierten Prävention.
Interessenkonflikte: Die Autorin ist Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Öffentliche Gesundheit e.V., Deutsche Allianz für Klimawandel und Gesundheit (KLUG) e.V.



