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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Curriculare Verankerung, Implementierung und Evaluation eines Untersuchungskurses für die Allgemeinmedizin II – Anwendung von Peer-Teaching und kombiniertem Simulationsunterricht mit Schauspielpatientinnen/-patienten und Peers

Martin Berwig - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät/Institut für Allgemeinmedizin, Magdeburg, Deutschland
Jonas Werner - Universität Leipzig, Medizinische Fakultät/Studiendekanat, Leipzig, Deutschland
Markus Herrmann - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Medizinische Fakultät/Institut für Allgemeinmedizin, Magdeburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Am Institut für Allgemeinmedizin der OvGU Magdeburg wurde ein Untersuchungskurs entwickelt, der Studierenden diagnostische Strategien ohne apparative Diagnostik sowie den Umgang mit diagnostischer und therapeutischer Entscheidungsunsicherheit vermittelt. Im Fokus stehen statistische Grundlagen und die Anwendung evidenzbasierter klinischer Scores (z. B. Marburger Herzscore) unter Einsatz von Schauspielpatientinnen/-patienten. Nach initialer Evaluation im Sommersemester (SoSe) 2023, die Vorteile eines Präsenzformats gegenüber einer digitalen Variante zeigte, wurde das Konzept unter ökonomischen Restriktionen (Reduktion der Schauspielpatientinnen/-patienten) weiterentwickelt, medizindidaktisch optimiert und im SoSe 2025 als Blended-Learning-Format mit Peer-Teaching curricular implementiert.

Zielsetzung/Fragestellung: Untersuchung, ob das adaptierte Kurskonzept dem ursprünglichen Konzept hinsichtlich des Lernerfolgs überlegen oder zumindest gleich effektiv ist.

Material & Methoden: Kontrollierte quasi-experimentelle Vergleichsstudie mit historischem Kontrollgruppendesign (Kohorten 2024 vs. 2025). Primäres Outcome war der selbsteingeschätzte Kompetenzzuwachs (retrospektive Prä-Post-Erhebung), Sekundär wurden insbesondere strukturierte Informationsgewinnung, kommunikativer Kompetenzen im Patientinnen-/Patientengespräch, diagnostisch-therapeutische Entscheidungsfindung sowie die Performanz in einer Objective Structured Clinical Examination (OSCE) bewertet

Ergebnisse: 164 von 173 Studierenden (SoSe 2023) und 161 von 176 Studierenden (SoSe 2025) nahmen an der Evaluation teil. Der implementierte Untersuchungskurs zeigte gegenüber dem originalen Kurs einen statistisch und praktisch signifikant höheren Lernerfolg im primären Outcome. Zudem ergaben sich signifikante Verbesserungen in mehreren sekundären Lernzielen, insbesondere hinsichtlich evidenzbasierter Entscheidungsfindung, Einordnung diagnostischer Testergebnisse unter Berücksichtigung der Vortestwahrscheinlichkeit sowie kommunikativer Kompetenzen im Patientinnen-/Patientengespräch. Auch die OSCE-Ergebnisse waren im Blended-Learning-Format signifikant besser als in der Vergleichskohorte.

Diskussion: Die curricular implementierte und didaktisch optimierte Kursvariante mit Peer-Teaching erwies sich als überlegen.

Take Home Message für die Praxis: Blended Learning mit simulationsbasiertem Unterricht und Peer-Teaching stellt einen effektiven und übertragbaren Ansatz für die allgemeinmedizinische Ausbildung dar.

Interessenkonflikte: Keine Interessenkonflikte vorhanden