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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Wohlbefinden, institutionelle Rahmenbedingungen und Studienerfolg bei Studierenden: eine Analyse der StudiBiFra-Daten
Text
Hintergrund: Akademischer Erfolg hängt neben kognitiver Leistungsfähigkeit auch von weiteren, beispielsweise psychosozialen, gesundheitsbezogenen und institutionellen Faktoren ab. Eine differenzierte Analyse dieser Faktoren und ihrer Zusammenhänge ist wichtig, u.a. um evidenzbasierte gesundheitsfördernde Strategien an Hochschulen entwickeln zu können. Dennoch wurden Zusammenhänge zwischen individuellen und strukturellen gesundheitsrelevanten Faktoren und Studienerfolg bisher nur begrenzt untersucht.
Zielsetzung/Fragestellung: Untersucht wird der Zusammenhang zwischen soziodemografischen Merkmalen, psychosozialen Ressourcen und Belastungen sowie hochschulspezifischen Kontextfaktoren und dem akademischen Erfolg von Studierenden.
Diskussionspunkt: Psychosoziale und gesundheitliche Faktoren stehen in engem Zusammenhang mit Studienerfolg. Hochschulische Strategien (wie z. B. die Etablierung eines studentischen Gesundheitsmanagements), die Wohlbefinden und Zufriedenheit fördern sowie Stress reduzieren, können den Studienerfolg unterstützen.
Inhalt: Daten der StudiBiFra-Studie, einer Querschnittsbefragung zu Studienbedingungen und psychischer Gesundheit an 13 deutschen Hochschulen (2021–2023), wurden mittels logistischer Regression analysiert. Die abhängige Variable war ein hoher selbst eingeschätzter Studienerfolg (2-Item-Skala, dichotomisiert). Unabhängige Variablen waren Studienzufriedenheit (5 Items), allgemeines Wohlbefinden (3 Items), kognitive Stresssymptome (5 Items), Zufriedenheit mit Gesundheitsangeboten (1 Item), Altersgruppe, Geschlecht sowie familiäre Betreuungsaufgaben. Alle Skalen wurden bei ≥ 3,5 dichotomisiert. Die Stichprobe umfasste 8.990 Studierende.
Hohes Wohlbefinden (OR=1,42; 95% KI 1,21–1,68) sowie hohe Zufriedenheit mit dem Studium (OR=3,62; 95% KI 3,01–4,36) und den Gesundheitsangeboten (OR=1,16; 95% KI 1,01–1,34) waren positiv mit Studienerfolg assoziiert. Hohe kognitive Stresssymptome waren mit geringerer Erfolgswahrscheinlichkeit verbunden (OR=0,37; 95% KI 0,32–0,43). Alter zeigte keinen signifikanten Effekt. Weibliche Studierende und Studierende mit familiären Betreuungsaufgaben wiesen ein höheres Risiko für geringen Studienerfolg auf.
Take Home Message für die Praxis:
Studienerfolg ist eng mit gesundheitlichen und psychosozialen Faktoren verbunden.
Strukturelle und lebensweltliche Faktoren beeinflussen den Studienerfolg und unterstreichen die Bedeutung gesundheitsfördernder Hochschulstrukturen.
Interessenkonflikt: Es bestehen keine Interessenkonflikte. Die Daten wurden im Rahmen eines Projekt erhoben, das von der Deutschen Gesetzliche Unfallversicherung gefördert wurde.



