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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Studienüberblick: Wie können komplexe Medikationsschemata in der elektronischen Patientenakte für alle abgebildet werden?

Chantal Herrmann - Universität Duisburg-Essen, Lehrstuhl für Medizinmanagement, Essen, Deutschland
Dominik Thomas - Universität Duisburg-Essen, Lehrstuhl für Medizinmanagement, Essen, Deutschland
Jürgen Wasem - Universität Duisburg-Essen, Lehrstuhl für Medizinmanagement, Essen, Deutschland
Sigrid Mues - Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum, Ruhr-Epileptologie, Bochum, Deutschland
Jörg Wellmer - Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum, Ruhr-Epileptologie, Bochum, Deutschland
Ida Sibylle Haußleiter - LWL-Universitätsklinikum Bochum, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin, Bochum, Deutschland
Nina Timmesfeld - Ruhr-Universität Bochum, Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, Bochum, Deutschland
Sylvia Thun - Berlin Institute of Health, @ Charité Digitale Medizin und Interoperabilität, Berlin, Deutschland
Stefanie Schellhammer - DAK-Gesundheit, Deutschland
Nikola Blase - Universität Duisburg-Essen, Lehrstuhl für Medizinmanagement, Essen, Deutschland

Text

Hintergrund: Mit Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) wurde der digital gestützte Medikationsprozess (dgMP) implementiert. Dieser umfasste zunächst eine elektronische Medikationsliste und wird um einen elektronischen Medikationsplan (eMP) erweitert, der den papierbasierten bundeseinheitlichen Medikationsplan (BMP) ablösen soll. Der BMP dient als Vorlage für den eMP, weist jedoch bekannte Defizite in der Abbildung komplexer Medikationsschemata auf, z. B. bei Ein- und Umstellungen. Da die Darstellung des eMP für PatientInnen, ÄrztInnen und ApothekerInnen zentral für deren Verständnis und Nachvollziehbarkeit ist, sollte die digitale Versorgung diese Anforderungen besonders gut unterstützen.

Zielsetzung/Fragestellung: Das vom Innovationsfonds geförderte Projekt ePAMedix untersucht die bedarfsgerechte Abbildung komplexer Medikationsschemata im dgMP am Beispiel der Indikationen Epilepsie und bipolare Störung. Es sollen Hürden bei der Abbildung komplexer Medikationsschemata im dgMP identifiziert und Anforderungen an eine bedarfsgerechte Darstellung erhoben werden, die in gesundheitspolitische Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung des dgMP einfließen.

Material & Methoden: Ein Mixed-Methods-Design wird angewendet: Erst identifiziert ein Scoping-Review internationale Bedürfnisse und Herausforderungen bei der Abbildung komplexer Medikationsschemata in dgMPen. Ergänzend werden Interviews mit PatientInnen und Stakeholdern des deutschen Gesundheitssystems durchgeführt. Darauf aufbauend erfassen schriftliche Umfragen mit Choice-Experiment die Bedarfe von PatientInnen und ÄrztInnen hinsichtlich der Darstellung komplexer Medikationsschemata im dgMP. Fokusgruppen mit ApothekerInnen dienen der Validierung und Ergänzung um praxisnahe Nutzungsperspektiven.

Ergebnisse: Die Ergebnisse werden in ein Anforderungsprofil überführt und gesundheitspolitische Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung des dgMP abgeleitet, die in einem abschließenden Stakeholder-Workshop diskutiert und in Form eines White Papers zusammengefasst werden.

Diskussion: Das Projekt leistet einen Beitrag zur nutzerzentrierten Weiterentwicklung des dgMP und verbessert die Versorgung bei komplexen Medikationsschemata. Zudem wird eine Übertragbarkeit auf andere Erkrankungen, deren Therapie komplexe Medikationsschemata erfordern, untersucht.

Take Home Message für die Praxis: Auf Basis der empirischen Ergebnisse werden konkrete Empfehlungen für Gesetzgeber und Selbstverwaltung entwickelt, die sowohl strukturelle als auch nutzerbezogene Umsetzungshürden adressieren.

Interessenkonflikte: Keine