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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Chronische nichttumorbedingte Schmerzen in hausärztlichen Praxen – Prävalenz, wahrgenommene Beeinträchtigung und Analgetikaeinsatz

Regina Poß-Doering - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Alina Malende - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Sabrina Brinkmöller - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Cornelia Straßner - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland

Text

Hintergrund: Etwa 20% der Patient:innen in hausärztlichen Praxen geben Schmerzen an, die länger als 3 Monate andauern, oder wiederkehrend sind. Um mit diesen chronischen Schmerzen umzugehen, nutzen Betroffene verordnete und freiverkäufliche Analgetika. Es fehlen neuere Studien dazu, inwieweit Hausärzt:innen wissen, dass chronische Schmerzen vorliegen, eine entsprechende Diagnose festgehalten ist, und welche Analgetika genutzt werden.

Zielsetzung/Fragestellung: Eine Screening-Befragung soll Prävalenz, wahrgenommene Beeinträchtigung und Analgetikaeinsatz bei chronischen nichttumorbedingten Schmerzen in hausärztlichen Praxen explorieren.

Material & Methoden: Im Rahmen einer randomisiert-kontrollierten Studie wurde zwischen Februar und April 2026 eine anonyme Querschnittbefragung mittels eines studienspezifischen Fragebogens durchgeführt. Die Befragung richtete sich an erwachsene Patient:innen mit hinreichenden Deutschkenntnissen und kognitiven Fähigkeiten, die ab einem Stichtag zufällig in die teilnehmenden hausärztlichen Praxen kamen und selbständig den Fragebogen ausfüllen konnten. Die Daten wurden deskriptiv ausgewertet.

Ergebnisse: In n=24 hausärztlichen Praxen wurde n=3.600 Patient:innen der Fragebogen ausgehändigt. Erste Auswertungen zeigen basierend auf Daten aus neun Praxen (Rücklauf n=1.158), dass die gescreenten Personen durchschnittlich 58,6 (±18,3) Jahre alt und 54,9% (n=636) weiblich waren. 50,8% (n=588) gaben chronische nichttumorbedingte Schmerzen an. Die wahrgenommene Beeinträchtigung ordneten davon 20,9% (n=123) als stark bis sehr stark und 57,0% (n=335) als mittel ein. Analgetikagebrauch in den vier Wochen vor der Befragung wurde von 70,2% (n=413) der Betroffenen angegeben. Davon erhielten 72,1% (n=302) die Analgetika auf ärztliche Anordnung und 12,4% (n=52) davon gaben die zusätzliche Nutzung freiverkäuflicher Mittel an. Der Analgetikagebrauch bezog sich zu 85,5% (n=353) auf entzündungshemmende Medikamente, zu 18,4% (n=76) auf Opioide, zu 9% (n=37) auf Antidepressiva und zu 4,6% (n=19) auf Triptane. Es wird erwartet, dass die Gesamtergebnisse weitgehend den hier genannten entsprechen werden.

Diskussion: Die Befragung wurde im laufenden Praxisbetrieb durchgeführt. Durchführung durch das Studienteam könnte zu abweichenden Ergebnissen kommen.

Take Home Message für die Praxis: Hausärztliche Praxen können wertvolle Beiträge zur Prävalenzschätzung chronischer nichttumorbedingter Schmerzen leisten.

Interessenkonflikte: Keine