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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Interesse, Vorstellungen und Einstellungen von Medizinstudierenden zur klinischen Akut- und Notfallmedizin – eine Befragungsstudie in Deutschland
Text
Hintergrund: In Deutschland werden jährlich rund 20 Millionen Patienten in Notaufnahmen behandelt. Die Versorgung erfolgt überwiegend durch Assistenzärztinnen und -ärzte verschiedener Fachrichtungen in frühen Weiterbildungsjahren und kurzen Rotationen. Eine eigenständige Facharztqualifikation für klinische Notfallmedizin existiert im Gegensatz zu den meisten europäischen und außereuropäischen Ländern bislang nicht. Seit 2018 bietet die Zusatzweiterbildung „Klinische Akut- und Notfallmedizin“ eine zweijährige Weiterqualifikation. Angesichts zunehmender Belastungen der Notaufnahmen wird seit Jahren die Einführung eines eigenständigen Facharztes diskutiert. Erste Studien zeigen ein höheres Interesse an der Notfallmedizin bei Studierenden mit Vorerfahrung im Gesundheitswesen, jedoch liegen systematische Daten zur studentischen Perspektive bislang kaum vor.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist die Untersuchung von Einstellungen und Interesse Medizinstudierender ab dem 5. Semester gegenüber der klinischen Notfallmedizin sowie einer möglichen späteren langfristigen ärztlichen Tätigkeit in diesem Gebiet. Zusätzlich sollen relevante Rahmenbedingungen und bevorzugte Weiterbildungsmodelle erfasst werden.
Material & Methoden: Ein interdisziplinäres Team aus Versorgungsforschenden und klinisch Tätigen entwickelte einen Fragebogen, der auf einer strukturierten Literaturrecherche und Vorarbeiten der Ärztekammer Berlin beruht. Für Fragen zur langfristigen Motivation in einer Notaufnahme wurde die Erwartungs-Valenz-Theorie herangezogen, nach einem Pre-Test erfolgte eine Anpassung. Die Rekrutierung erfolgt seit Frühjahr 2026 über E-Mail Verteiler von Studiendekanaten, Fachschaftsvertretungen aller medizinischen Fakultäten in Deutschland, Fachgesellschaften sowie soziale Medien und dauert an. Zielgruppe sind Medizinstudierende ab dem 5. Semester. Die Befragung erfolgt mit Limesurvey und wird deskriptiv ausgewertet.
Ergebnisse: Es wird angenommen, dass strukturelle Rahmen- und Arbeitsbedingungen das Interesse an einer langfristigen Tätigkeit in der klinischen Notfallmedizin wesentlich beeinflussen. Zudem wird erwartet, dass die Ausgestaltung der Weiterbildung die berufliche Orientierung von Medizinstudierenden prägt. Ergebnisse liegen im Herbst vor.
Diskussion: Die Studie adressiert eine zentrale Evidenzlücke in der aktuellen Facharztdebatte und soll belastbare Hinweise für die Weiterentwicklung notfallmedizinischer Ausbildungs- und Versorgungsstrukturen liefern.
Take Home Message für die Praxis: Vorerfahrungen und Einstellung der heute Studierenden entscheiden über die Notfallmedizin von morgen.
Interessenkonflikte: Christian Apfelbacher ist DGSMP-Vorstandsmitglied und Kongresspräsident. Martin Pin und Christian Wrede sind Vorstandsmitglieder der Deutschen Gesellschaft für Notfallmedizin (DGINA) e.V.
Die weiteren Autoren geben an, dass keine relevanten Interessenskonflikte bestehen.



