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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Klimaschutzinterventionen und deren Auswirkung auf körperliche Aktivität – eine systematische Literaturübersicht
Text
Hintergrund: Klimaschutzmaßnahmen können neben der Reduktion von Treibhausgasen mit gesundheitlichen Co-Benefits, wie z.B. gesteigerter körperlicher Aktivität, einhergehen. Eine integrierte Betrachtung wird bisher vor allem in Modellierungsstudien geleistet, während eine Übersicht empirischer Evidenz zu real umgesetzten Interventionen und deren Effekten fehlt.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel war es daher, empirische Studien zu real implementierten Klimaschutzinterventionen mit Effekten auf körperliche Aktivität – sei es intendiert oder unbeabsichtigt – in einer systematischen Übersichtsarbeit entlang der PRISMA-Leitlinien zu identifizieren und ihr Potenzial für die Bewegungsförderung einzuordnen.
Material & Methoden: Im Juli 2025 wurde eine systematische Literaturrecherche in PubMed, Scopus und GreenFile durchgeführt. Eingeschlossen wurden Studien zu real implementierten Klimaschutzinterventionen, die Effekte auf körperliche Aktivität mithilfe eines kontrollierten Prä-Post-Designs evaluierten. Neben der Bewertung der methodischen Qualität der Studien wurden die Ergebnisse mittels „Vote Counting“ der Effektrichtung zusammengefasst. Interventionen wurden nach sozioökologischer Ebene und Interventionsfunktion klassifiziert. Die Evidenzsicherheit wurde mittels GRADE bewertet. Das Studienprotokoll wurde vorab bei PROSPERO registriert (CRD420251136610).
Ergebnisse: Von 8061 identifizierten Studien wurden zehn eingeschlossen. Die Interventionen zielten auf die politische Ebene (n = 1), die gebaute Umwelt (n = 4) oder die individuelle Ebene (n = 4), eine Studie adressierte mehrere Ebenen. Acht Studien berichteten positive Effekte auf körperliche Aktivität, während zwei gemischte oder keine Auswirkungen feststellten. Höhere Anteile positiver Effekte zeigten sich für die Interventionsfunktionen „Umweltrestrukturierung“ und „Zwang“ sowie für Interventionen auf den äußeren Ebenen des sozial-ökologischen Modells. Die Studienqualität war überwiegend moderat, die Evidenzsicherheit wurde als sehr niedrig eingestuft.
Diskussion: Die Ergebnisse deuten an, dass Klimaschutzmaßnahmen körperliche Aktivität positiv beeinflussen können und unterstreichen ihr Potenzial als Strategie der Bewegungsförderung. Gleichzeitig ist die Evidenzbasis aus methodischer Sicht begrenzt.
Take Home Message für die Praxis: Die Erkenntnisse können die Entwicklung und Bewertung von Maßnahmen an der Schnittstelle von Klimaschutz und Bewegungsförderung unterstützen. Weitere Studien mit einheitlichen Effektmaßen und robusten Studiendesigns sind erforderlich.
Interessenkonflikte: Keine



