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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Gemeinsam Forschung gestalten: partizipative Entwicklung klinisch relevanter Forschungsfragen im Projekt „Pflegepraxis-Forschung-Kooperation“ (PraFoKo) am Universitätsklinikum Heidelberg
Text
Hintergrund: In Deutschland persistiert eine Lücke zwischen Pflegepraxis und universitärer Pflegewissenschaft, die die Generierung klinisch relevanter Forschung und die Implementierung evidenzbasierter Erkenntnisse limitiert. Das Projekt PraFoKo zielt darauf ab, diese Lücke mit einer kooperativen Forschungsstruktur zu etablieren.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist die partizipative Identifikation relevanter Forschungsthemen und -fragen als initialer Schritt im Forschungsprozess, zur Stärkung von Praxisrelevanz, Wissenszirkulation und Evidenzbasierung.
Material & Methoden: Es wurde ein iteratives, vierstufiges Vorgehen umgesetzt:
(a) Workshop zur Entwicklung von Forschungsfragen
(b) Themensammlung in der Pflegepraxis
(c) Literaturrecherche durch die Pflegewissenschaft zum Stand der Forschung zu den Themen
(d) Workshop zur Diskussion und Priorisierung von Thema und Forschungsfragen.
Ergebnisse: Die initiale Themenexploration (a, b) generierte ein breites Spektrum praxisrelevanter Themen. Die Literaturrecherche (c) identifizierte Forschungslücken. Der Workshop (d) ergab eine Fokussierung auf das Thema „Schlafqualität bei erwachsenen Patient:innen in der Akutversorgung“.
Daraus wurden folgende Forschungsfragen abgeleitet:
(1) Wie hoch sind Prävalenz und Inzidenz von Ein- und Durchschlafproblemen bei erwachsenen Patient:innen in der stationären Akutversorgung?
(2) Welche Erfahrungen berichten Pflegefachpersonen im Umgang mit Schlafproblemen?
(3) Welche nicht-pharmakologischen Maßnahmen werden eingesetzt und wie beeinflussen sie die Schlafqualität?
Der Prozess förderte den intensiven Austausch zwischen Pflegepraxis- und Wissenschaft zur strukturierten Integration von Praxiswissen in den Forschungsprozess und motivierte zur Fortsetzung.
Diskussion: Das partizipative Vorgehen bietet Potenzial, klinisch relevante Forschungsbedarfe gezielt zu identifizieren und zu priorisieren. Die gemeinsame Entwicklung von Forschungsfragen fördert sowohl die Anschlussfähigkeit wissenschaftlicher Ergebnisse an die Praxis als auch nachhaltige Kooperationsstrukturen und Wissenszirkulation.
Take Home Message für die Praxis: Die systematische, partizipative Einbindung von Pflegefachpersonen in die Entwicklung von Forschungsthemen und -fragen ist ein zentraler Hebel für praxisnahe Pflegeforschung.
Interessenkonflikte: N.-E. Denninger wird durch das Rahel Goitein-Straus-Programm der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg gefördert. N. Stöbich erhält Förderung im Rahmen eines Promotionsstipendiums der HBG Stiftung. Diese Förderungen hatten keinen Einfluss auf Design, Durchführung, Analyse oder Berichterstattung dieser Studie. Alle anderen Autor:innen geben an, keine Interessenskonflikte zu haben.



