20. Internationales SkillsLab Symposium 2026
20. Internationales SkillsLab Symposium 2026
Ein Herz für’s Peer Teaching: ein studentischer Sezierkurs an Schweineherzen
Text
Zielgruppe:
- Anatomie- und Chirurgie-interessierte Peer Teacher und Learner,
- Studierende und Lehrende, die einen neuen Skills-Lab-Kurs gründen möchten.
Vorkenntnisse: keine erforderlich
Lernziele und Schwerpunkte:
- Grundlagen zur Etablierung neuer Präparationskurse an Schweineherzen in bestehenden Skills Labs,
- Möglichkeiten der Finanzierung studentischer Initiativen,
- Herausforderungen bei der Gründung einer studentischen Initiative,
- Praktischer Einblick in den Kurs inkl. der Möglichkeiten zur eigenständigen Präparation.
Das Herz stellt sowohl in anatomischer als auch chirurgischer Hinsicht ein besonderes Organ dar. Durch die häufigen anatomischen Varianten, das fragile Reizweiterleitungssystem und die komplizierte Dreidimensionalität der Ein- und Ausflussbahnen sind Eingriffe am Herzen selbst für erfahrene Ärzte eine Herausforderung. Um ein Verständnis für diese Komplexität zu entwickeln ist die gründliche Auseinandersetzung mit dem Organ zu Beginn des Ausbildungsweges essenziell.
Innerhalb der Mannheimer studentischen Initiative „Skills for Surgery“ entstand deshalb unter Zusammenarbeit mit dem Lernkrankenhaus TheSiMa (Themenräume Simulation Mannheim) ein extracurricularer, freiwilliger Präparationskurs an Schweineherzen. Während sich das Schweineherz in manchen wenigen Aspekten anatomisch vom menschlichen Herzen unterscheidet [1], stellt dieses jedoch eine kostengünstige und gut zugängliche Alternative dar. Ziel ist eine freie Präparation der vielschichtigen Anatomie unter Anleitung eines studentischen Tutors, wobei ein Schwerpunkt auf bestimmte Teilbereiche, wie zu- und abführende Gefäße oder die Querschnittsanatomie gelegt werden kann. Darüber hinaus lassen sich ebenfalls Koronaranastomosen, insbesondere relevant für Bypass-Operationen, üben [2]. Hierdurch werden Herzanatomie, Instrumentenkunde, sowie die Durchführung erster Nähte an tierischem Gewebe nach individuellen Bedürfnissen gelernt.
Mit der effektiven „Peer Teaching“ Lernmethode [3] erreichen wir das sowohl Lehrende als auch Lernende von den Kursen profitieren. Neben dem Austausch im informellen Kleingruppenformat und einer entspannten Lernatmosphäre gibt es ebenfalls die Möglichkeit Inhalte beliebig oft zu wiederholen und zu üben. Die Form des Angebots sorgt allerdings für Herausforderungen bei der Organisation, Finanzierung und praktischen Durchführung, welche durch die Einbettung in schon bestehende Strukturen der medizinischen Fakultät abgefangen werden kann.
Ablauf:
- Interaktiver Vortrag (35 min): Gründungsgeschichte, Finanzierung, Verwendung bestehender Plattformen für neue Lehr- und Lernformate, Lehrinhalte des Kurses, anatomische und instrumentenkundliche Grundlagen
- Praktische Arbeitsphase (45 min): Präparation von Schweineherzen mit Erfahrungsaustausch der Teilnehmenden
- Abschluss und Ergebnissicherung (10 min): Diskussion mit Wrap-up
Interessenkonflikte: Die Autoren erklären, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel haben.
Literatur
[1] Crick SJ, Sheppard MN, Ho SY, Gebstein L, Anderson RH. Anatomy of the pig heart: comparisons with normal human cardiac structure. J Anat. 1998;193(Pt 1)(Pt 1):105-119. DOI: 10.1046/j.1469-7580.1998.19310105.x[2] Wu S, Ling YP, Zhao H. Experience with porcine beating heart simulator for coronary artery bypass surgery residency training. J Thorac Cardiovasc Surg. 2021;161(5):1878-1885. DOI: 10.1016/j.jtcvs.2020.03.004
[3] Zhang H, Liao AWX, Goh SH, Wu XV, Yoong SǪ. Effectiveness of peer teaching in health professions education: A systematic review and meta-analysis. Nurse Educ Today. 2022;118:105499. DOI: 10.1016/j.nedt.2022.105499
[4] Bowyer ER, Shaw SC. Informal near-peer teaching in medical education: A scoping review. Educ Health (Abingdon). 2021;34(1):29-33. DOI: 10.4103/efh.EfH_20_18



