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20. Internationales SkillsLab Symposium 2026


12.-14.03.2026
Mannheim

Meeting Abstract

Basic-Life-Support-Kompetenz im Verlauf des Medizinstudiums – Ergebnisse einer OSCE-Vergleichsstudie zwischen dem 1. und 5. Semester

Jannis Schwanemann - Medizinische Hochschule Brandenburg – Theodor Fontane, Skills Lab, Neuruppin, Deutschland; Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg, Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, Neuruppin, Deutschland
Patrick Vetterling - Medizinische Hochschule Brandenburg – Theodor Fontane, Skills Lab, Neuruppin, Deutschland
Stella-Karolin Krispin - Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg, Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, Neuruppin, Deutschland
Mareike Kristina Körber - Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg, Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, Neuruppin, Deutschland
Nora Schiller - Medizinische Hochschule Brandenburg – Theodor Fontane, Skills Lab, Neuruppin, Deutschland

Text

Hintergrund: Die Fähigkeit zur Durchführung des Basic Life Support (BLS) stellt eine Basiskompetenz dar. Studien zeigen, dass die BLS-Kompetenz bereits wenige Monate nach dem Training abnimmt und nur durch regelmäßige Wiederholung erhalten bleibt [1]. Entsprechend empfehlen internationale Leitlinien eine jährliche Auffrischung der Reanimationskenntnisse [2]. Im Brandenburgischen Modellstudiengang Medizin (BMM) ist die Notfallmedizin longitudinal im Curriculum verankert. Im 1. Semester werden grundlegende BLS-Maßnahmen vermittelt und geprüft, während im 5. Semester der Fokus auf Inhalten des Advanced Life Support (ALS) liegt.

Ziel/Fragestellung: Ziel dieser Studie ist es, die Entwicklung der BLS-Kompetenz im Verlauf des Medizinstudiums innerhalb eines longitudinalen Curriculums zu untersuchen und mögliche Kompetenzverluste zwischen dem 1. und 5. Semester zu identifizieren.

Methodik: Zur Evaluation der BLS-Kompetenz wurden die Ergebnisse einer objektiv strukturierten klinischen Prüfung (OSCE) von Studierenden des 1. Semesters (n=68) und 5. Semesters (n=66) im Sommersemester 2025 miteinander verglichen. Die OSCE-Station umfasst die Durchführung von Basismaßnahmen der Reanimation, insbesondere Thoraxkompressionen, Einsatz eines Automatisierten-Externen-Defibrillators (AED) und Beutel-Masken-Beatmung. Gesamt- und item­spezifischen Punktwerte wurden zwischen beiden Semestern verglichen. Die statistische Analyse erfolgte mittels Mann-Whitney-U-Test.

Ergebnisse: Die Studierenden des 1. Semesters erzielten insgesamt signifikant höhere Gesamtergebnisse als jene des 5. Semesters (1. Semester 98,4% vs. 5. Semester 89,0%; p≤0.001).Dieser Unterschied zeigte sich konsistent über alle Teilbereiche hinweg, insbesondere bei den Thoraxkompressionen und der Anwendung des AED. Sowohl die korrekte Handposition als auch eine adäquate Kompressionstiefe wurden im 1. Semester signifikant häufiger korrekt durchgeführt. Ebenso waren der unmittelbare Einsatz des AED und die sichere Defibrillation bei Studierenden des 1. Semesters signifikant häufiger korrekt.

Schlussfolgerungen: Die BLS-Kompetenz nimmt im Verlauf des Medizinstudiums deutlich ab. Insbesondere relevante Fertigkeiten, wie die Durchführung adäquater Thoraxkompressionen und der sachgerechte Einsatz eines AED, wurden von Studierenden im 5. Semester weniger zuverlässig ausgeführt. Die alleinige Vermittlung von Advanced-Life-Support-(ALS)-Inhalten scheint nicht ausreichend zu sein, um grundlegende BLS-Kompetenzen langfristig zu erhalten. Da ein qualitativ hochwertiger Basic Life Support einen entscheidenden Einfluss auf das Überleben bei Herz-Kreislauf-Stillstand hat, sollten regelmäßige BLS-Trainings fest im Curriculum verankert werden [3].

Interessenkonflikte: Die Autor*innen erklären, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel haben.


Literatur

[1] Stanley B, Burton T, Percival H, Beesley E, Coffin N, Hulme J, Owen A, Alderman J. Skill decay following Basic Life Support training: a systematic review protocol. BMJ Open. 2021;11(12):e051959. DOI: 10.1136/bmjopen-2021-051959
[2] Greif R, Lauridsen KG, Djärv T, Ek JE, Monnelly V, Monsieurs KG, Nikolaou N, Olasveengen TM, Semeraro F, Spartinou A, Yeung J, Baldi E, Biarent D, Djakow J, van Gils M, van Goor S, Gräsner JT, Hogeveen M, Karageorgos V, Lott C, Madar J, Nabecker S, de Raad T, Raffay V, Rogers J, Sandroni C, Schnaubelt S, Smyth MA, Soar J, Wittig J, Perkins GD, Nolan JP; European Resuscitation Council Guidelines 2025 Collaborator Group. European Resuscitation Council Guidelines 2025 Executive Summary. Resuscitation. 2025;215 Suppl 1:110770. DOI: 10.1016/j.resuscitation.2025.110770
[3] Meaney PA, Bobrow BJ, Mancini ME, Christenson J, de Caen AR, Bhanji F, Abella BS, Kleinman ME, Edelson DP, Berg RA, Aufderheide TP, Menon V, Leary M; CPR Quality Summit Investigators; the American Heart Association Emergency Cardiovascular Care Committee; and the Council on Cardiopulmonary, Critical Care, Perioperative and Resuscitation. Cardiopulmonary resuscitation quality: [corrected] improving cardiac resuscitation outcomes both inside and outside the hospital: a consensus statement from the American Heart Association. Circulation. 2013;128(4):417-435. DOI: 10.1161/CIR.0b013e31829d8654