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38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)


18.-20.06.2026
Nürnberg

Meeting Abstract

Purtscher-ähnliche Retinopathie assoziiert mit thrombotischer Mikroangiopathie nach hämatopoetischer Stammzelltransplantation: Fallbericht & Literaturreview

Felix Innauer - Medizinische Universität Graz, Universitäts-Augenklinik, Graz, Österreich
Paul Wintersteller - Medizinische Universität Graz, Universitäts-Augenklinik, Graz, Österreich
Jakob Gran - Medizinische Universität Graz, Universitäts-Augenklinik, Graz, Österreich
Tobias Peschaut - Medizinische Universität Graz, Universitäts-Augenklinik, Graz, Österreich
Monja Michelitsch - Medizinische Universität Graz, Universitäts-Augenklinik, Graz, Österreich
Gerald Seidel - Medizinische Universität Graz, Universitäts-Augenklinik, Graz, Österreich

Text

Zielsetzung: Bisher sind wenige veröffentlichte Fälle einer Purtscher-ähnlichen Retinopathie infolge einer thrombotischen Mikroangiopathie nach hämatopoetischer Stammzelltransplantation dokumentiert, die eine erhebliche Variabilität im ihrem Verlauf zeigen. Ziel dieser Arbeit ist es, die vorhandene Literatur systematisch zusammenzufassen.

Methode: Wir führten eine umfassende PubMed-Recherche nach relevanten Artikeln für den Zeitraum von Januar 1990 bis September 2025 durch. Die Suche umfasste eine Kombination der folgenden Begriffe: „Purtscher-ähnliche Retinopathie“, „thrombotische Mikroangiopathie“ und „hämatopoetische Stammzelltransplantation“.

Ergebnis: Von den initialen 243 Artikel zur Purtscher-ähnlichen Retinopathie, wurden insgesamt nur fünf Einzelfallberichte zur hämatopoetischen Stammzelltransplantation assoziierte thrombotische Mikroangiopathie gefunden. Alle fünf Fälle von Purtscher-ähnlicher Retinopathie waren bilateral und betrafen junge Patientinnen/Patienten (im Alter von 17, 18, 19, 31 und 36 Jahren) mit akuter lymphoblastischer Leukämie (4/5) bzw. Hodgkin-Lymphom (1/5). Die thrombotische Mikroangiopathie trat zwischen 5,5 und 11 Monaten nach hämatopoetischer Stammzelltransplantation auf (1 autologe und 4 allogene Transplantationen). Die Niere war in allen Fällen betroffen, und in zwei Fällen wurden Nierenbiopsien zur diagnostischen Sicherung durchgeführt. Bei 80% der untersuchten Augen lag die bestkorrigierte Sehschärfe (BCVA) bei 20/400 oder darunter. Bei einer Person kam zu einem Visuabfall auf kein Lichtempfinden mit tödlichem Ausgang. Die Behandlung umfasste Plasmapherese (4/5), intravenöses Methylprednisolon (3/5), Eculizumab (3/5), Rituximab (2/5), Frischplasma (1/5), intravitreale Steroidgabe (1/5) und panretinale Photokoagulation (1/5).

Schlussfolgerung: Die Purtscher-ähnliche Retinopathie kann initial auf eine thrombotische Mikroangiopathie hinweisen, und eine rechtzeitige Diagnosestellung und Therapie kann für das Überleben der Patientinnen und Patienten entscheidend sein.