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38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)


18.-20.06.2026
Nürnberg

Meeting Abstract

Statische retinale Gefäßanalyse bei retinalen Venenverschlüssen und der Zusammenhang mit arterieller Hypertonie – Ergebnisse der „Gutenberg Retinal Vein Occlusion“ Studie

Elsa Wilma Böhm - Augenklinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Mainz, Mainz
Tobias Weirauch - Medizinische Klinik II, Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main
Till O. Ehlers - Augenklinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Mainz, Mainz
Ann K. Rosner - Klinik für Anästhesiologie, Universitätsmedizin Mainz, Mainz
Alexander Gieswinkel - Kardiologie I, Universitätsmedizin Mainz, Mainz
Inge Scharrer - III. Medizinische Klinik, Universitätsmedizin Mainz, Mainz
Norbert Pfeiffer - Augenklinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Mainz, Mainz
Katharina A Ponto - Augenklinik und Poliklinik, Universitätsmedizin Mainz, Mainz

Text

Fragestellung: Retinale Venenverschlüsse (RVO) sind häufig mit kardiovaskulären Risikofaktoren, insbesondere arterieller Hypertonie, assoziiert. Ziel dieser Studie war es, statische retinale Gefäßparameter bei Patienten mit RVO zu analysieren und ihren Zusammenhang mit dem Hypertoniestatus zu untersuchen.

Methode: Die „Gutenberg Retinal Vein Occlusion“-Studie ist eine beobachtende Fall-Kontroll-Studie. Fundusfotos von 32 Patienten mit RVO sowie 128 alters- und geschlechtsgematchten Kontrollen wurden mittels VesselMap II Software (Imedos Systems, Jena, Deutschland) ausgewertet. Bestimmt wurden der zentrale retinale arterielle Äquivalentdurchmesser (CRAE), der zentrale retinale venöse Äquivalentdurchmesser (CRVE) sowie das arteriovenöse Verhältnis (AVR). Zusätzlich erfolgte eine Einteilung der Teilnehmenden entsprechend ihres Hypertoniestatus.

Ergebnis: Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigten Augen mit RVO ein signifikant reduziertes CRAE (161,65 ± 17,13 vs. 176,23 ± 19,81; p < 0,001) sowie ein signifikant erniedrigtes AVR (0,73 ± 0,09 vs. 0,84 ± 0,07; p < 0,001). Auch im nicht betroffenen Partnerauge der RVO-Gruppe war das CRAE im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant reduziert (167,28 ± 20,83 vs. 176,23 ± 19,81; p = 0,041). Der CRVE war im betroffenen Auge signifikant erhöht (221,57 ± 25,99 vs. 207,76 ± 25,99; p = 0,0045) und das AVR signifikant erniedrigt (0,73 ± 0,10 vs. 0,81 ± 0,10; p < 0,001) im Vergleich zum nicht betroffenen Auge. Eine Reduktion des CRAE war mit unbehandelter bzw. unzureichend kontrollierter arterieller Hypertonie assoziiert. Zudem zeigte sich bei Patienten mit RVO eine Abnahme des CRVE mit zunehmender Ausprägung des Hypertoniestatus.

Schlussfolgerung: Bei Patienten mit retinalem Venenverschluss zeigen sich charakteristische Veränderungen statischer retinaler Gefäßparameter. Darüber hinaus besteht eine Assoziation mit unbehandelter bzw. unzureichend kontrollierter arterieller Hypertonie. Die statische retinale Gefäßanalyse könnte daher ein geeignetes Instrument zur Beurteilung des kardiovaskulären Risikoprofils bei Patientinnen und Patienten mit RVO darstellen.