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38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)


18.-20.06.2026
Nürnberg

Meeting Abstract

Nicht-infektiöse Tränendrüsenerkrankungen: Langzeitdaten zum Tränenfilm und zur Augenoberfläche

Felix Innauer - Medizinische Universität Graz, Augenheilkunde, Graz, Österreich
Paul Wintersteller - Medizinische Universität Graz, Augenheilkunde, Graz, Österreich
Andreas Guttmann - Medizinische Universität Graz, Augenheilkunde, Graz, Österreich
Nika Medic Ajdnik - Medizinische Universität Graz, Augenheilkunde, Graz, Österreich
Lisa Eder - Medizinische Universität Graz, Augenheilkunde, Graz, Österreich
Nora Woltsche - Medizinische Universität Graz, Augenheilkunde, Graz, Österreich
Christina Zimmermann - Medizinische Universität Graz, Augenheilkunde, Graz, Österreich
Regina Riedl - Medizinische Universität Graz, Medizinische Informatik, Statistik und Dokumentation, Graz, Österreich
Angelika Klein-Theyer - Medizinische Universität Graz, Augenheilkunde, Graz, Österreich
Jutta Horwath-Winter - Medizinische Universität Graz, Augenheilkunde, Graz, Österreich

Text

Zielsetzung: Ziel der Studie ist es die Parameter der Augenoberfläche und des Tränenfilms bei Patientinnen und Patienten nach nicht-infektiöser Tränendrüsenerkrankung systematisch im Langzeitverlauf zu erheben.

Methode: In dieser prospektiven Querschnittsstudie wurden Patientinnen und Patienten eingeschlossen, bei denen zwischen 1997 und 2023 aufgrund einer nicht-infektiösen Tränendrüsenerkrankung eine Biopsie durchgeführt worden war. Nach einer Identifizierung potenzieller Teilnehmerinnen und Teilnehmen über unsere elektronischen Krankenakte, wurden diese per Post und telefonisch eingeladen. Die Parameter der Augenoberfläche und des Tränenfilms wurden anschließend im Rahmen eines einzigen Studienbesuchs erhoben.

Ergebnis: Bei acht Patientinnen/Patienten zeigte sich eine einseitige und bei sechs eine beidseitige Beteiligung, mit einem mittleren Intervall von 12,7 ± 8 Jahren zwischen Biopsie und Studienvisite. Acht wiesen eine unspezifische Dakryoadenitis auf, und bei sechs wurde ein spezifischer Auslöser vermutet (vier Lymphome, eine Sarkoidose und eine eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis). Im Vergleich zu den nicht betroffenen Partneraugen zeigten die betroffenen Augen signifikant höhere Oxford-Färbe-Scores (Least-Square-Mittelwertdifferenz (LSMD) 0,72, 95%-KI: 0,15 bis 1,30, p=0,014), stärkere Injektionen des unteren Lidrandes (LSMD 0,25, 95%-KI: 0,01 bis 0,49, p=0,043) sowie erhöhte Raten von bulbärer (LSMD 0,61, 95%-KI: 0,04 bis 1,18, p=0,036) und limbaler konjunktivaler Rötung (LSMD 0,67, 95%-KI: 0,12 bis 1,21, p=0,017). In der Subgruppenanalyse der nicht-infektiösen Dakryoadenitis (NID), nach Ausschluss der Lymphome, blieben die Unterschiede im Oxford-Färbe-Score (LSMD 0,72, 95%-KI: 0,13 bis 1,31, p=0,017) und der limbalen konjunktivalen Rötung (LSMD 0,40, 95%-KI: 0,05 bis 0,75, p=0,027) weiterhin signifikant.

Schlussfolgerung: Die Parameter der Augenoberfläche bleiben bei nicht-infektiösen Tränendrüsenerkrankungen auch nach mehr als zehnjähriger Nachbeobachtung beeinträchtigt.