38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)
38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)
Einsatz eines Vision-Simulators (RALV) zur Vorhersage der Sehschärfe bei multifokaler AddOn IOL-Implantation
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Zielsetzung: Die Auswahl der geeigneten Patienten ist für presbyopiekorrigierende Intraokularlinsen (IOLs) entscheidend, da sie maßgeblich die postoperative Zufriedenheit beeinflusst. Auch wenn eine detaillierte präoperative Konsultation stets notwendig bei der Beratung von Patienten vor einem refraktiven Linsenaustausch notwendig sein wird, könnte eine Simulation des postoperativen Seheindrucks helfen diesen Prozess effektiver zu gestalten.
Methoden: RALV (DEZIMAL GmbH) ist ein neu entwickelter Look-Through-IOL-Simulator, der eine physische Intraokularlinse in sein optisches System integriert. Der Simulator wurde verwendet, um die visuelle Wahrnehmung durch AddOn-IOLs (1stQ GmbH) mit Nahzusätzen von +1,75 D und +3 D zu testen. Die Linsen wurden unter drei Bedingungen präsentiert: (1) +1,75 D monokular im nicht-dominanten Auge, (2) +3 D monokular im nicht-dominanten Auge und (3) eine binokulare Simulation mit +1,75 D im dominanten und +3 D im nicht-dominanten Auge.Bewertet wurden der korrigierte Fernvisus (CDVA), der fernkorrigierte intermediäre Visus (DCIVA) und der fernkorrigierte Nahvisus (DCNVA). Zusätzlich wurde die subjektive Wahrnehmung photischer Phänomene untersucht.
Ergebnisse: An der laufenden Studie nahmen 14 gesunde pseudophake Patienten (77 ± 10 Jahre) mit Standard-Monofokallinsen teil. Das Verhältnis der Ferndominanz von linken zu rechten Augen betrug 6 zu 8. Der Fernvisus (CDVA) betrug 0,03 ± 0,08 logMAR mit +1,75 D, 0,05 ± 0,09 logMAR mit +3 D und 0,06 ± 0,09 logMAR in der kombinierten Bedingung. Der intermediäre Visus (DCIVA) bei 67 cm war mit der monokularen +1,75 D Linse (0,12 ± 0,09 logMAR) geringfügig besser als mit der +3 D Linse (0,14 ± 0,10 logMAR) oder der kombinierten Simulation (0,17 ± 0,11 logMAR). Die Bedingungen mit dem +3 D Zusatz zeigten den höchsten Nahvisus (DCNVA) bei 40 cm mit 0,19 ± 0,10 logMAR, während die Kombination 0,21 ± 0,10 logMAR und der +1,75 D Zusatz 0,26 ± 0,11 logMAR erreichten. Die Bewertung der photischen Phänomene zeigte nur marginale Unterschiede, wobei die monokulare Implantation leicht favorisiert wurde.
Schlussfolgerungen: Der +3 D Zusatz bot die beste Nahsicht bei 40 cm, während der +1,75 D Zusatz die intermediäre Sehleistung bei 67 cm leicht begünstigte. Die kontralaterale Kombination (+1,75 D/+3 D) bot einen ausgewogenen Sehbereich, erhielt die Fernsicht einer reinen +3 D Implantation aufrecht und zeigte nur eine minimale Zunahme photischer Phänomene.



