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38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)


18.-20.06.2026
Nürnberg

Meeting Abstract

Visuelle Ergebnisse und Patient:innenzufriedenheit nach Implantation zweier full-range-Intraokularlinsen mit unterschiedlichen optischen Designs

Milena Pahlitzsch - Augenklinik im Ring-Center, Berlin
Marie-Luise Pahlitzsch - Augenklinik im Ring-Center, Berlin
Mareike Saathoff - Augenklinik am Wittenberplatz, Berlin
Thomas Pahlitzsch - Augenklinik im Ring-Center, Berlin

Text

Zielsetzung: Vergleich der visuellen Ergebnisse und der Patient:innenzufriedenheit nach Implantation zweier full-range-Intraokularlinsen (IOL) mit unterschiedlichen optischen Konzepten: einer full-range-IOL mit spiralförmig angeordnetem Optikdesign, welches das einfallende Licht auf mehrere Fokuspunkte verteilt, und einer refraktiven IOL mit Erweiterung der Tiefenschärfe. Letztere erzeugt durch die Kombination höherer Aberrationen der 4. und 6. Ordnung mit entgegengesetzten Vorzeichen in der zentralen Zone eine kontinuierliche Erweiterung der Tiefenschärfe ohne die für diffraktive Optiken typischen dysphotopischen Phänomene.

Methode: In die prospektive Studie werden Patient:innen mit routinemäßiger Kataraktoperation oder Clear Lens Exchange (CLE) und bilateraler Implantation einer full-range-IOL eingeschlossen. Analysiert wurden Augen mit spiralförmiger IOL (n=73; Durchschnittsalter 52,0±15,3 Jahre, RayOne Galaxy™, Rayner) sowie mit refraktiver full-range-IOL (n=20; Durchschnittsalter 59,4±6,5 Jahre, LuxLife™, Bausch & Lomb). Die Untersuchungen erfolgen präoperativ sowie 1 Tag, 1 Woche, sowie 3 und 6 Monate postoperativ. Erfasst werden die unkorrigierte und bestkorrigierte Sehschärfe (UCVA, CDVA) sowie die binokulare Defokuskurve. Die subjektive Sehqualität und Patient:innenzufriedenheit werden mithilfe des QUVID-Fragebogens auf einer fünfstufigen Skala erfasst.

Ergebnis: Das postoperative sphärische Äquivalent beträgt -0,13±0,21 dpt (spiralförmig) und 0,20±0,29 dpt (refraktiv) und liegt in beiden Gruppen nahe der Emmetropie. Die binokulare Defokuskurve zeigt in beiden Gruppen eine hohe visuelle Leistung im Fern- und Intermediärbereich. Die spiralförmige IOL zeigt tendenziell bessere Werte mit einem signifikanten Unterschied bei 1,0 D (*p < 0,1). Im Nahbereich erreicht die refraktive full-range-IOL eine signifikant bessere Sehschärfe (**p < 0,01). Die Patient:innenzufriedenheit ist in beiden Gruppen hoch (4,0). Eine vollständige Brillenunabhängigkeit wird bei 93% der Patient:innen mit refraktiver IOL erreicht, verglichen mit 92% der spiralförmigen IOL. Dysphotopische Phänomene werden bei 25% (refraktiv) bzw. bei 34% (spiralförmig) der Patient:innen berichtet und als nicht störend bewertet.

Schlussfolgerung: Beide full-range-Intraokularlinsenkonzepte zeigen sehr gute visuelle Ergebnisse und eine hohe Patient:innenzufriedenheit. Die vollständig refraktive Optik zeigt direkt postoperativ Vorteile im Nahbereich. Die spiralförmige IOL stabilisiert den Fernbereich schneller. Unterschiede im optischen Design sollten bei der individuellen Auswahl der Intraokularlinse berücksichtigt werden.