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38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)


18.-20.06.2026
Nürnberg

Meeting Abstract

Wirksamkeit von Faricimab bei der Behandlung des DMÖs im indirekten Vergleich zu anderen Therapieoptionen nach 1 und 2 Jahren: Eine systematische Literaturübersicht und Netzwerk-Metaanalyse

Jakob Siedlecki - Department of Ophthalmology, University Hospital, LMU Munich, München
Mark Barakat - Retina Macula Institute of Arizona, Scottsdale, University of Arizona, Phoenix, USA
Christian Buehrer - F. Hoffmann-La Roche Ltd., Basel, Schweiz
Oliver Cox - F. Hoffmann-La Roche Ltd., Basel, Schweiz
Kara Gibson - Roche Products Ltd., Welwyn Garden City, Vereinigtes Königreich
Nancy Holekamp - F. Hoffmann-La Roche Ltd., Basel, Schweiz
Florie A. Mar - Genentech, Inc., South San Francisco, USA

Text

Zielsetzung: Bei der Behandlung des Diabetischen Makulaödems (DMÖ) kann intravitreales Faricimab (FAR) zu einer Langzeitstabilität der Patienten führen. In Abwesenheit direkter Vergleichsstudien zwischen FAR und anderen Threapieoptionen beim DMÖ bietet eine explorative Bayes’sche Netzwerk-Metaanalyse (NMA) eine wissenschaftlich fundierte Methode, um Unterschiede im Therapieansprechen abzuleiten.

Methode: Mittels systematischer Literaturrecherche von randomisiert kontrollierten Studien (RCTs) (publiziert vor Mai 2024) und einer NMA wurde die Wirksamkeit und Sicherheit von FAR 6 mg in personalisierten Treat-and Extend (T&E)-Intervallen (Q4W–Q16W, Daten aus YOSEMITE/RHINE (NCT03622580/NCT03622593)) im Vergleich zu anderen DMÖ-Therapien bewertet. Der indirekte Vergleich mittels NMA kann trotz sorgfältiger Prüfung allgemeine Limitationen aufweisen und unbeobachtete Unterschiede der Studienpopulationen können zu Verzerrungen führen. Analysiert wurden die Veränderungen der bestkorrigierten Sehschärfe (BCVA) und der zentralen Netzhautdicke (CST) zu Baseline mittels Area under the Curve-Analyse über 12 und 24 Monate (M), sowie weitere funktionelle und anatomische Parameter. FAR und Aflibercept (AFL) 8 mg wurden indirekt über den gemeinsamen Vergleichsarm AFL 2 mg verglichen.

Ergebnis: 20 RCTs wurden in die NMA einbezogen. Es wurden Unterschiede in den mittleren BCVA-Veränderungen zu Baseline über 12M beobachtet (Vorteil FAR T&E bei negativen Werten). Verglichen mit Ranibizumab 0,3 oder 0,5 mg pro re nata (PRN) und Bevaciczumab 1,25 mg PRN betrug der mittlere Unterschied [95% KI] -3,1 (-5,5; -0,5) und -4,5 (-7,8; -1,0) ETDRS-Buchstaben. Ebenso wurden Unterschiede in den CST-Veränderungen über 12M und 24M beobachtet (Vorteil FAR T&E bei positiven Werten). Verglichen mit AFL 8 mg Q12W bzw. Q16W betrug der mittlere Unterschied [95% KI] +32,6 µm [0,8; 64,3] und +39,7 µm [7,2; 71,6] nach 12 M. Nach 24M lag der mittlere Unterschied [95% KI] bei +35,5 µm (8,3; 63,2) und +47,1 µm (18,7; 75,8) verglichen mit AFL 8 mg Q12W bzw. Q16W.

Schlussfolgerung: NMA-Ergebnisse geben Hinweise darauf, dass Faricimab im indirekten Vergleich mit anderen Anti-VEGF-Therapien (z.B. Aflibercept 2 mg und 8 mg, Bevacizumab und Ranibizumab) über 12 und 24 Monate zu einer besseren Trocknung führen könnte. Diese Ergebnisse unterstreichen das Potenzial von Faricimab für eine gute Langzeitstabilität bei DMÖ.