38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)
38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)
Einfluss des Spritzendesigns und der Nadelgröße auf die Zeit-Kraft Kurve bei intravitrealen Injektionen – Analyse der Fläche unter der Kurve und maximaler Injektionskraft
Text
Zielsetzung: Intravitreale Injektionen von VEGF-Inhibitoren haben die Therapie neovaskulärer Netzhauterkrankungen wie nAMD und DMÖ grundlegend verändert. Der Trend bei der Weiterentwicklung von Wirkstoffformulierungen geht dabei hin zu höheren Wirkstoffkonzentrationen und steigender Viskosität, während sich gleichzeitig Injektionsnadeln von 30G, teils 33G, als Standard etabliert haben. Beide Faktoren bewirken einen deutlich höheren Kraftaufwand für die Injektion, der jedoch durch die Wahl der Spritze beeinflusst werden kann. Ziel dieser Arbeit war, die erforderliche Injektionskraft dreier gängiger Spritzen zu vergleichen und relevante Designfaktoren zu identifizieren.
Methode: Verglichen wurden zwei 1-ml-Standardspritzen mit (BD Plastipak™) und ohne Silikonölbeschichtung (Braun Injekt®-F) sowie eine Spritze mit geringerem Volumen und reduziertem Kolbendurchmesser (Zero Residual™ 0,2 ml).
Die benötigte Injektionskraft wurde für jede Kombination aus Spritze, zwei Nadeldurchmessern (30G und 33G) und vier Modellflüssigkeiten bestimmt, darunter zwei mit äquivalenter Viskosität zu klinisch verwendeten Formulierungen (Bevacizumab und Pegcetacoplan) und zwei hochvisköse Flüssigkeiten zur Kraftmessung unter extremen Bedingungen.
Die gemessene Injektionskraft wurde mittels einer two-way ANOVA und anschließendem Tukey post-hoc Test verglichen.
Ergebnis: Die Zero Residual Spritze benötigte unter allen Bedingungen einen deutlich niedrigeren Kraftaufwand zur Injektion, was sich sowohl in der Fläche unter der Kraft-Zeit Kurve (AUC) und der Maximalkraft zeigte. Dieser Unterschied vergrößerte sich bei kleinerem Nadeldurchmesser oder visköseren Flüssigkeiten. Im Vergleich der beiden 1-ml Spritzen benötigte die silikonölbeschichtete BD Plastipak einen kleineren Kraftaufwand als die Braun Injekt®-F, jedoch mit einer deutlich geringeren Differenz als das Zero Residual Modell.
Schlussfolgerung: Zwar hat die Silkonölbeschichtung der BD Plastipak die Injektionskraft reduziert, jedoch war der Einfluss deutlich geringer als der eines kleineren Kolbendurchmessers. Schlussendlich hat sich der Kolbendurchmesser bei gegebener Viskosität der Injektionslösung und gegebenen Nadeldurchmesser als maßgeblicher Faktor für die erforderliche Injektionskraft erwiesen.



