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38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)


18.-20.06.2026
Nürnberg

Meeting Abstract

Altersbedingte Veränderungen des Glaskörpers – analysiert im Ultraweitwinkel-/Ultratiefen-OCT

Michael Georgopoulos - Universitäts-Augenklinik Wien, Wien, Österreich
Jakob Kraiger - Universitäts-Augenklinik Wien, Wien, Österreich
Sam Hedo - Universitäts-Augenklinik Wien, Wien, Österreich
Georgios Mylonas - Universitäts-Augenklinik Wien, Wien, Österreich
Stefan Sacu - Universitäts-Augenklinik Wien, Wien, Österreich

Text

Zielsetzung: Charakterisierung der Glaskörper (GK)-Struktur und der vitreoretinalen Grenzfläche in gesunden Augen aller Altergruppen mittels Ultraweitwinkel-/Ultratiefen OCT (UWF-OCT). Für jede Altersgruppe (Dekaden) werden normative Basiswerte definiert.

Methode: Das VG200D-OCT (Intalight Inc., San Jose, Kalifornien, USA) kann Scans von bis zu 26 x 21 mm (x- und y-Achse) und einer Tiefenauflösung von bis zu 16 mm (z-Achse) erfassen. Die Morphologie des GK und seine Verbindung zur peripheren Netzhaut lassen sich somit detailliert untersuchen. In dieser Querschnittsstudie werden 100 gesunde Augen mittels UWF-OCT mit einem 200°-Scanprotokoll untersucht. Wir erfassen quantitative Parameter (mittlere Graustufenintensität des GK; Signalheterogenität [Schiefe/Kurtosis]), qualitative Merkmale (Vorhandensein und Volumen verflüssigter Lakunen, GK-Klarheit und Hyperreflektivität, Anzeichen einer vitreoretinalen Ablösung einschließlich beginnender und hinterer GK-Abhebung (HGKA) sowie periphere Netzhautbefunde.

Ergebnisse: Der juvenile GK ist homogen mit einer hochreflektierenden Struktur und weist sichtbare Bursen sowie eine hohe mittlere Graustufenintensität, eine geringe Signalvarianz (Schiefe ca. 5,8 und Kurtosis ca. 101,3) und eine intakte vitreoretinale Adhäsion auf. Später deuten hyperreflektive Stränge und Herde auf eine beginnende Verflüssigung hin. Mit zunehmendem Alter verstärkt sich die Verflüssigung, wobei die Signalheterogenität zunimmt. Schließlich ist die GK-Struktur von einer ausgeprägten Verflüssigung, veränderter Signal-Heterogenität und GK-Abhebung geprägt. Die Transparenz im GK-Raum ist nach der Ablösung deutlich höher: die mittlere Graustufenintensität erreicht einen Tiefstwert, die Signalheterogenität ist hoch und hyperreflektive Strukturen füllten den GK-Raum.

Schlussfolgerung: Das UWF-OCT ermöglicht die hochauflösende in-vivo-Beobachtung physiologischer GK-Veränderungen über die gesamte Lebensspanne. Diese altersabhängigen Veränderungen bilden eine Grundlage, um physiologische Umbauprozesse von frühen pathologischen Veränderungen zu unterscheiden. Die Kenntnis des typischen zeitlichen Verlaufs der GK-Verflüssigung und der HGKA kann die Früherkennung vitreoretinaler Erkrankungen verbessern.