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38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)


18.-20.06.2026
Nürnberg

Meeting Abstract

Papillenschwellung nach Microshunt bei OHT und idiopathischer intrakranieller Hypertension: Therapie durch chirurgische Druckanhebung

Jasmin Rezapour - Universitätsmedizin Mainz, Mainz
Alexander Schuster - Universitätsmedizin Mainz, Mainz
Julia Stingl - Universitätsmedizin Mainz, Mainz
Norbert Pfeiffer - Universitätsmedizin Mainz, Mainz
Esther Hoffmann - Universitätsmedizin Mainz, Mainz
Verena Prokosch - Universitätsmedizin Mainz, Mainz

Text

Zielsetzung: Darstellung eines ungewöhnlichen Verlaufs mit Papillenschwellung und Visusabnahme nach glaukomchirurgischer Intervention sowie Evaluation einer therapeutischen Druckanhebung bei zugrunde liegender idiopathischer intrakranieller Hypertension.

Methode: Fallbericht einer 54-jährigen Patientin mit okulärer Hypertension (Visus rechts: 0,63 und Tensio rechts: 28 mmHg) und Progression unter maximaler medikamentöser Therapie, die mittels PreserFlo® Microshunt am rechten Auge versorgt wurde. 4 Wochen postoperativ zeigte sich ein intraokulärer Druck (IOD) von 8–10 mmHg, eine Visusminderung auf 0,2 sowie eine Papillenschwellung. Die weiterführende Diagnostik mittels cMRT und CT-Angiographie ergab eine idiopathische intrakranielle Hypertension bei Sinus transversus Stenose rechts mehr als links. Trotz konservativer Therapie mittels Acetazolamid zeigte sich keine Befundbesserung. Es erfolgte eine Revisionsoperation mit intraluminaler Okklusion des Microshunts durch Einlage eines Prolene® 7-0 Fadens zur gezielten Druckanhebung.

Ergebnis: Nach intraluminaler Okklusion kam es zu einem Anstieg des IOD auf 20 mmHg. Klinisch zeigte sich eine rasche Visusverbesserung (auf 0,7) sowie eine Rückbildung der Papillenschwellung.

Schlussfolgerung: Der Fall illustriert, dass bei bestehender idiopathischer intrakranieller Hypertension eine postoperative Hypotonie nach filtrierender Glaukomchirurgie zu einer pathologischen Erhöhung des translaminären Druckgradienten führen kann, mit konsekutiver Papillenschwellung und Visusverlust. Die gezielte intraokulare Druckanhebung mittels intraluminaler Stentokklusion stellt eine effektive und minimalinvasive Therapieoption dar.

Dieser Fall verdeutlicht die Bedeutung einer ausführlichen medizinischen Anamnese und Patientenselektion bei der präoperativen Planung.