38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)
38. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)
DMEK bei Glaukompatienten – eine retrospektive Analyse im Vergleich zu Patienten ohne Glaukom
Text
Zielsetzung: Das Ziel der vorliegenden Studie war es, die Entwicklung einer Descemet-Membran-Endothelial Keratoplastik (DMEK) bei Glaukompatienten mit der einer DMEK bei Patienten ohne Glaukom zu vergleichen.
Methode: In dieser retrospektiven Studie wurden 43 Patienten mit Glaukom, die im Zeitraum von 2017 bis 2023 eine DMEK am St-Johannes-Hospital Dortmund erhielten, für 1 Jahr nachverfolgt. Als Kontrolle dienten 45 Patienten ohne Glaukom, die im selben Zeitraum eine DMEK erhielten. Verglichen wurden u.a. jeweils die Entwicklung des Visus, des intraokularen Drucks und der Endothelzelldichte, sowie die Anzahl an Komplikationen und Folgeeingriffen.
Ergebnis: In der Gruppe der Glaukompatienten kam es innerhalb eines Jahres zu einem statistisch signifikanten Verlust der Endothelzelldichte von 2.520 ±240,61 mm2 (Spenderhornhaut) auf 921,55 ±482,19 mm2 nach 1 Jahr (p<0,05). Auch in der Kontrollgruppe kam es zu einem signifikanten Verlust der Endothelzelldichte innerhalb eines Jahres von 2.488,84 ±240,93 mm2 (Spenderhornhaut) auf 1.429 ±356,95 mm2 nach 1 Jahr. Im Vergleich war der Verlust der Endothelzelldichte in der Glaukomgruppe höher (p=0,01). In einer Subgruppenanalyse zeigte sich, dass die Endothelzelldichte nach 1 Jahr bei Patienten mit Drainageimplantat signifikant niedriger war als bei operationsnativen Glaukompatienten (p=0,005). Die Re-Bubbling-Rate war bei Patienten mit Glaukom höher als bei den Kontrollen. Insgesamt 4 Patienten in der Glaukomgruppe benötigten eine Re-DMEK und 2 Patienten eine perforierende Keratoplastik aufgrund von Transplantatversagen, während in der Kontrollgruppe keine weitere Transplantation notwendig war.
Der intraokulare Druck blieb in beiden Gruppen über den Beobachtungszeitraum stabil. Der Visus besserte sich in beiden Gruppen (p=0,01) statistisch signifikant, wobei der Visus in der Kontrollgruppe nach 1 Jahr signifikant höher war als bei den Glaukompatienten (p=0,01).
Schlussfolgerung: Eine DMEK führt sowohl bei Glaukompatienten als auch Patienten ohne Glaukom zu einer Visusverbesserung. Allerdings zeigt sich bei Patienten mit Glaukom, insbesondere bei denen mit Drainage-Implantat, ein höherer Verlust der Endothelzelldichte und eine höhere Komplikationsrate. Dies unterstreicht, dass das Vorhandensein eines Glaukoms mit oder ohne Voroperation ein deutlicher Risikofaktor für ein Transplantatversagen ist und bei dieser speziellen Patientengruppe eine sorgfältige präoperative Risikoabschätzung und engmaschige postoperative Kontrollen sinnvoll sind.



