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37. Internationaler Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgie (DOC)


15.-17.05.2025
Nürnberg


Meeting Abstract

Auswirkung einer frühzeitigen Reduktion der intraretinalen Flüssigkeit (IRF) auf die anatomischen und visuellen Ergebnisse bei Patienten mit DMÖ

Karsten Hufendieck 1
Clement K. Chan 2
Srinivas Sadda 3
Jennifer I. Lim 4
Yiyi Wang 5
Derrek Hibar 6
Andreas Maunz 7
Huanxiang Lu 7
Thomas Albrecht 7
Katie M. Litts 6
1Hannover Medical School, Department of Ophthalmology, Hannover
2Desert Retina Consultants, Department of Ophthalmology, Loma Linda Uni, Palm Desert, USA
3Doherty Eye Institute, Pasadena, USA
4University of Illinois at Chicago, Chicago, USA
5UC Berkeley, Berkeley, USA
6Genentech, Inc., South San Francisco, CA, USA
7F. Hoffmann-La Roche Ltd., Basel, Schweiz

Text

Zielsetzung: Diese explorative Analyse im Rahmen der Phase-3-Studien YOSEMITE/RHINE zu Faricimab bei DMÖ-Patienten soll den Zusammenhang zwischen einem frühen Therapieansprechen in Form einer IRF-Volumen-reduktion nach 1 oder 3 Monaten und den anatomischen und Visus-Ergebnissen nach 1 oder 2 Jahren untersuchen.

Methode: Eingeschlossen wurden Studienaugen (n=887), die im Rahmen von YOSEMITE/RHINE (NCT03622580/NCT03622593) mit Faricimab 6,0 mg oder Aflibercept 2,0 mg behandelt wurden und bei denen quantitative Messdaten vorlagen. Die Analyse umfasste das Volumen der IRF bzw. subretinalen Flüssigkeit (SRF) sowie die Gesamt-Netzhautdicke (Gesamt-RT). Die Bewertungen erfolgten zu Baseline, Woche (W) 4 und W52 mittels spektraler optischer Kohärenztomographie und wurden mit einem auf „Deep Learning“ basierenden Segmentierungsmodell (trainiert durch B-Scans aus der Phase-2-Studie BOULEVARD (NCT02699450)) analysiert. Die Patienten wurden gemäß der IRF-Volumenreduktion (<20%, 20–50%, >50%) zwischen W4 und Baseline in 3 Gruppen eingeteilt, die hinsichtlich des Flüssigkeitsvolumens, der Gesamt-Netzhautdicke und der Veränderungen der bestkorrigierten Sehschärfe gegenüber Baseline miteinander verglichen wurden.

Ergebnis: In W4 verringerte sich das IRF-Volumen bei 242, 248 bzw. 397 Patienten um <20%, 20–50% bzw. >50%. Nach 1 Jahr nahm das IRF-Volumen in den drei Gruppen um 297, 383 bzw. 390 nl und die Gesamt-RT um 93, 112 bzw. 117 µm ab. Die Veränderungen des IRF-Volumens und die Gesamt-RT waren nach 1 Jahr zwischen den Gruppen nominal signifikant, sofern eine Adjustierung hinsichtlich Baseline-IRF erfolgte (P<0,001 bzw. P<0,001). Bei der SRF-Volumenreduktion gegenüber Baseline lag nach 1 Jahr kein Unterschied zwischen den Gruppen vor. Patienten mit einer >50%igen IRF-Volumen-reduktion in W4 wiesen nach 1 Jahr nominal größere Buchstabengewinne auf als jene mit der geringsten Reduktion (>50%: 12,1 vs. <20%: 8,3 Buchstaben, P<0,001; adjustiert hinsichtlich Baseline-IRF). Eine Analyse der IRF-Volumenveränderungen nach 3 Monaten zeigte übereinstimmende Ergebnisse bei den 2-Jahres-Ergebnissen, die ebenso vorgestellt werden.

Schlussfolgerung: Eine stärkere Reduktion des IRF-Volumens innerhalb von 1 Monat korrelierte bei Patienten mit DMÖ mit einer Verbesserung der anatomischen und Visus-Ergebnisse nach 1 Jahr, was die Bedeutung einer schnellen Reduktion der intraretinalen Flüssigkeit in Bezug auf bessere Langzeitergebnisse zeigt.