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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Assoziation und individuelle Diskrepanz zwischen globaler Zufriedenheit und funktionellen PROMs nach Knie-TEP

Mara Hold - Medizinische Hochschule Hannover, Orthopädische Klinik, DIAKOVERE Annastift, Hannover, Deutschland
Sophie Berg - Medizinische Hochschule Hannover, Orthopädische Klinik, DIAKOVERE Annastift, Hannover, Deutschland
Jan Dirk Kiene - Medizinische Hochschule Hannover, Orthopädische Klinik, DIAKOVERE Annastift, Hannover, Deutschland
Mats Zander - Medizinische Hochschule Hannover, Orthopädische Klinik, DIAKOVERE Annastift, Hannover, Deutschland
Alexander Derksen - Medizinische Hochschule Hannover, Orthopädische Klinik, DIAKOVERE Annastift, Hannover, Deutschland
Marco Haertlé - Medizinische Hochschule Hannover, Orthopädische Klinik, DIAKOVERE Annastift, Hannover, Deutschland
Alena Richter - Medizinische Hochschule Hannover, Orthopädische Klinik, DIAKOVERE Annastift, Hannover, Deutschland
Henning Windhagen - Medizinische Hochschule Hannover, Orthopädische Klinik, DIAKOVERE Annastift, Hannover, Deutschland
Lars Tücking - Medizinische Hochschule Hannover, Orthopädische Klinik, DIAKOVERE Annastift, Hannover, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Primäres Ziel jeder elektiven endoprothetischen Operation ist die Zufriedenheit der Patient:innen. Diese stellt jedoch ein multidimensionales Konstrukt dar und korreliert nicht zwangsläufig mit funktionellen Ergebnissen, die mittels Patient-Reported Outcome Measures (PROMs) erfasst werden. Während Scores wie WOMAC, Oxford Knee Score (OKS) und Forgotten Joint Score (FJS) etablierte Outcome-Parameter nach Knie-Totalendoprothese (Knie-TEP) darstellen, ist unklar, in welchem Ausmaß sie die globale Zufriedenheit tatsächlich abbilden. Ziel der vorliegenden Untersuchung war die quantitative Analyse der Assoziation zwischen globaler Patient:innenzufriedenheit und funktionellen PROMs sowie die Identifikation individueller Diskrepanzen drei Monate nach Implantation einer primären Knie-TEP.

Material und Methoden: In diese prospektive monozentrische Beobachtungsstudie wurden 60 Patient:innen nach primärer Knie-TEP eingeschlossen. Drei Monate postoperativ erfolgte die postalische Erhebung von WOMAC, OKS, FJS sowie einer globalen Zufriedenheitsskala (Likert 1–5). Die Zusammenhänge zwischen Zufriedenheit und den einzelnen PROMs wurden mittels Spearman-Rangkorrelation analysiert. Zur Untersuchung individueller Abweichungen wurde für jeden Score eine verteilungsbasierte Quartilseinteilung vorgenommen. Eine Diskrepanz wurde a priori definiert als maximale Zufriedenheit (Likert = 5) bei gleichzeitig ungünstigem Scorequartil (WOMAC oberes Quartil, OKS/FJS unteres Quartil). Zusätzlich wurde das inverse Muster analysiert. Die Auswertung erfolgte explorativ.

Ergebnisse: Die mittlere Zufriedenheit betrug 4,1 ± 1,16 Punkte. 50% der Patient:innen berichteten eine maximale Zufriedenheit von 5. Es zeigten sich eine statistisch signifikante Korrelationen zwischen globaler Zufriedenheit und WOMAC (ρ = –0,54; p < 0,001), OKS (ρ = 0,57; p < 0,001) sowie FJS (ρ = 0,51; p < 0,001). Die Effektstärken lagen im moderaten Bereich; die daraus abgeleitete erklärte Varianz betrug etwa 25–32%, was auf eine substanzielle individuelle Streuung hinweist. Trotz dieser signifikanten Zusammenhänge bestanden individuelle Diskrepanzen. Der Anteil von Patient:innen mit maximaler Zufriedenheit bei gleichzeitig ungünstigem Scorequartil betrug 3/60 für den WOMAC, 4/60 für den OKS und 5/60 für den FJS. Das inverse Muster, also niedrige Zufriedenheit bei gleichzeitig günstigem Scorequartil, trat nicht auf.

Diskussion und Schlussfolgerung: Drei Monate nach Knie-TEP bestand eine moderate statistische Assoziation zwischen globaler Zufriedenheit und funktionellen PROMs, jedoch keine vollständige Übereinstimmung auf individueller Ebene. Die Ergebnisse sprechen gegen eine Gleichsetzung von funktionellem Outcome und subjektiver Zufriedenheit. Die globale Zufriedenheit erfasst offenbar zusätzliche Dimensionen des Behandlungserfolgs, die in funktionellen Scores nicht vollständig abgebildet werden. Für die Bewertung des Operationserfolgs erscheint daher eine komplementäre Betrachtung beider Parameter erforderlich.