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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Optimierung präoperativer Behandlungserwartung zur Reduktion postoperativer Schmerzen nach Hüfttotalendoprothese – eine randomisiert-kontrollierte Studie

Ana Ocokoljic - Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland; Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
Elisabeth Winkler - Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
Assil-Ramin Alimy - Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
Tim Rolvien - Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
Christian Zöllner - Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
Frank Timo Beil - Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
Regine Klinger - Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Persistierende postoperative Schmerzen nach Hüfttotalendoprothese beeinträchtigen einen relevanten Anteil der Patienten langfristig. Negative präoperative Emotionen wie Angst, depressive Stimmung und Hilflosigkeit beeinflussen die Behandlungserwartung und sind mit ungünstigen postoperativen Verläufen assoziiert. Ziel dieser randomisiert-kontrollierten Studie ist es zu untersuchen, ob eine gezielte Optimierung präoperativer Behandlungserwartungen durch verbesserte ärztliche Kommunikation und/oder digitales soziales Beobachtungslernen postoperative Schmerzen und funktionelle Einschränkungen reduzieren kann.

Material und Methoden: Die prospektive, vierarmige, randomisiert-kontrollierte Studie umfasst 200 Patient:innen mit geplanter primärer Hüfttotalendoprothese bei Coxarthrose. Die präoperative Randomisierung erfolgt in vier Gruppen: (1) verbesserte ärztliche Kommunikation, (2) digitales soziales Beobachtungslernen per Video, (3) Kombination beider Interventionen und (4) Standardbehandlung. Die Kommunikationsintervention fördert gezielt wahrgenommene Wärme, Kompetenz und Zuverlässigkeit der Behandelnden. Das soziale Beobachtungslernen nutzt videobasierte Modellpatienten zur Stärkung von Selbstwirksamkeit und positiven Behandlungserwartungen. Die Nachbeobachtung beträgt sechs Monate mit wiederholter Erhebung subjektiver und objektiver Parameter. Primärer Endpunkt ist die postoperative Schmerzintensität (NRS 0–10). Sekundäre Endpunkte sind viszerale und somatische Schmerzen, Lebens- und Erholungsqualität, psychische Belastung, Selbstwirksamkeit, Behandlungserwartung, wahrgenommene Wärme sowie physiologische Parameter und inflammatorische Marker.

Ergebnisse: Bislang wurden 97 Patientinnen und Patienten in die Studie eingeschlossen und vollständig prä- sowie postoperativ erhoben. Die Rekrutierung und Datenerhebung verlaufen planmäßig, und die Interventionen zeigen eine hohe Akzeptanz sowie gute Durchführbarkeit im klinischen Alltag. Nach 6 Monaten postoperativ zeigen die Interventionsgruppen niedrigere postoperative Schmerzintensitäten im Vergleich zur Standardbehandlung hin. Zudem zeigen sich durch die Intervention positive Trends hinsichtlich Selbstwirksamkeit, Reduktion emotionaler Belastung und Optimierung der Behandlungserwartungen.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die bisherigen Ergebnisse unterstreichen die praktische Umsetzbarkeit und hohe Akzeptanz strukturierter Interventionen zur Optimierung präoperativer Behandlungserwartungen im klinischen Alltag. Erste Trends deuten darauf hin, dass eine gezielte Kombination aus verbesserter ärztlicher Kommunikation und sozialem Beobachtungslernen das Potenzial besitzt, postoperative Schmerzen und psychologische Belastung positiv zu beeinflussen. Somit könnten niedrigschwellige, nebenwirkungsarme und kosteneffiziente Strategien zur Erwartungsmodulation künftig einen festen Bestandteil der perioperativen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Hüfttotalendoprothese darstellen.