Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
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Schnelle optische Beurteilung von Synovialflüssigkeit bei Gelenkinfektionen mittels der Scattered Light Integrated Collector (SLIC)-Methode
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Zielsetzung und Fragestellung: Protheseninfektionen (PJI) und septische Arthritis (SA) stellen erhebliche klinische und ökonomische Herausforderungen dar. Konventionelle mikrobiologische Kulturen benötigen häufig mehrere Tage und verzögern dadurch eine gezielte antibiotische Therapie. Der Scattered Light Integrated Collector (SLIC) bietet einen vielversprechenden Ansatz zur schnellen Erregerdetektion. Ziel dieser Studie ist die Evaluation von SLIC (Version 7.1) zur Analyse von Synovialflüssigkeit sowie die Entwicklung der ersten Standardarbeitsanweisung (SOP) für seine diagnostische Anwendung bei orthopädischen Infektionen.
Material und Methoden: In dieser prospektiven Pilotstudie wurde Synovialflüssigkeit von erwachsenen Patienten mit Verdacht auf PJI oder SA gewonnen. Die Proben wurden gemäß einer neu entwickelten SOP verarbeitet und innerhalb eines 10-Stunden-Workflows mittels SLIC analysiert. Systematisch untersucht wurden Faktoren, die die diagnostische Leistungsfähigkeit beeinflussen, darunter der Probentransport (EDTA-, Heparin- und Serum-/Additiv-freie Röhrchen), die Stabilität der Kryokonservierung bei −20°C und −80°C über bis zu 8 Wochen sowie der Einfluss unterschiedlicher Inokulumvolumina (25–200 µl). Die statistische Auswertung erfolgte mittels AUC-Analyse und p-Werten, wobei p < 0.05 als signifikant definiert wurde.
Ergebnisse: Ein reproduzierbarer 10-Stunden-Workflow für die Analyse von Synovialflüssigkeit konnte erfolgreich etabliert werden. Heparin- und Additiv-freie Röhrchen zeigten eine signifikant bessere Erhaltung der Erregernachweisbarkeit im Vergleich zu EDTA-Röhrchen (p < 0.05). Die Kryokonservierung über bis zu 8 Wochen führte zu keiner signifikanten Abweichung der Wachstumserkennung im Vergleich zu frischen Proben (p > 0.05), was die Eignung für zukünftiges Biobanking bestätigt. Die Nachweisgrenzen erwiesen sich als volumenabhängig; insbesondere zwischen 100 µl und 200 µl zeigten sich signifikante AUC-Unterschiede innerhalb des 10-Stunden-Analysefensters (p < 0.05).
Diskussion und Schlussfolgerung: Diese Studie präsentiert die erste validierte SOP für die SLIC-basierte Erregerdetektion bei Gelenkinfektionen. Mit Ergebnissen innerhalb eines Arbeitstages schließt die Methode die Lücke zwischen empirischer Therapie und den zeitaufwendigen konventionellen Kulturen. Obwohl größere Studien zur weiteren Validierung der Sensitivität erforderlich sind, legt diese Pilotstudie die methodische Grundlage für einen möglichen Paradigmenwechsel in der schnellen Diagnostik von PJI und septischer Arthritis.



