Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
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Stand-alone-Dual-Mobility in der Hüftrevisionsendoprothetik: Eine Analyse von 100 Revisionen
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Zielsetzung und Fragestellung: Luxationen gelten als häufigste Komplikation nach Hüft-Revisionseingriffen und werden in der Literatur mit Raten von bis zu 26% beschrieben. Dual-Mobility-Pfannensysteme (DMP) werden zunehmend zur Reduktion des Instabilitätsrisikos eingesetzt. Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, die Komplikationsrate sowie potenzielle Risikofaktoren – insbesondere im Hinblick auf postoperative Instabilität – nach Implantation einer DMP im Revisionssetting zu analysieren.
Material und Methoden: Im Rahmen einer retrospektiven Auswertung wurden alle Patientinnen und Patienten erfasst, bei denen zwischen dem 01.01.2013 und dem 31.12.2020 im Zuge einer Hüftrevision eine Dual-Mobility-Pfanne implantiert wurde. Insgesamt konnten 100 Fälle eingeschlossen werden. Das revisionsfreie Prothesenüberleben (RFÜ) sowie das luxationsfreie Prothesenüberleben (LFÜ) wurden für einen Zeitraum von 24 Monaten mittels Kaplan-Meier-Analyse bestimmt. Der Einfluss möglicher Risikofaktoren auf RFÜ und LFÜ wurde mithilfe des Log-Rank-Tests geprüft.
Ergebnisse: Nach 24 Monaten lag das RFÜ im Gesamtkollektiv bei 71,6% (95%-KI 62,2–81,0%), das LFÜ bei 91,7% (95%-KI 85,9–97,6%). In 44 von 100 Fällen erfolgte zusätzlich eine femorale Rekonstruktion mittels Megaprothese. Insgesamt traten in 30% der Fälle revisionspflichtige Komplikationen auf (8 aseptische Lockerungen, 14 Infektionen, 7 Luxationen und 1 periprothetische Fraktur). Von den sieben dokumentierten Luxationen entfielen sechs auf Patientinnen und Patienten mit Megaprothese. Entsprechend zeigte sich bei megaprothetischer Rekonstruktion ein signifikant reduziertes LFÜ nach 24 Monaten im Vergleich zu nicht-megaprothetischen Versorgungen (84,1% [95%-KI 72,4–95,8%] vs. 97,9% [95%-KI 93,8–100%]; p = 0,025). Die Luxationsrate betrug 14% (6/44) bei Verwendung einer Megaprothese gegenüber 2% (1/56) im übrigen Kollektiv.
Diskussion und Schlussfolgerung: Die Implantation einer Dual-Mobility-Pfanne ermöglicht auch im Revisionssetting niedrige Luxationsraten. Gleichzeitig zeigt sich in dem untersuchten Kollektiv eine signifikante Assoziation zwischen megaprothetischer Rekonstruktion und reduziertem luxationsfreiem Überleben nach zwei Jahren. Vor dem Hintergrund einer Luxationsrate von 14% bei Megaprothesen erscheint der Einsatz einer DMP in dieser Hochrisikokonstellation dennoch als sinnvolle Option zur Instabilitätsprophylaxe.



