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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Anschlussarthrodesen im Subtalargelenk nach tibiotalarer Arthrodese – gibt es Risikofaktoren? Eine Single-Center Kohortenstudie

Charlotte Cibura - Das Bergmannsheil, Bochum, Deutschland
Alexis Brinkemper - Das Bergmannsheil, Bochum, Deutschland
Tim Ramczykowski - Das Bergmannsheil, Bochum, Deutschland
Daniela Roggenland - Das Bergmannsheil, Bochum, Deutschland
Katharina Schicktanz - Das Bergmannsheil, Bochum, Deutschland
Thomas Schildhauer - Das Bergmannsheil, Bochum, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die Arthrodese des Tibiotalargelenks (TT) gilt als zuverlässiges Verfahren zur Schmerzlinderung und Wiederherstellung der Stabilität bei posttraumatischer/degenerativer Arthrose des TT. Abgesehen von einer veränderten Biomechanik ist wenig darüber bekannt, ob es Risikofaktoren gibt die eine Anschlussarthrose nach vorheriger Versteifung des TT begünstigen. Die vorliegende Studie zielte darauf ab, die Inzidenz und zeitlichen Verlauf einer Anschlussarthrodese der unteren Sprunggelenksregion nach einer TT-Arthrodese (TTA) zu analysieren und mögliche Einflussfaktoren zu identifizieren.

Material und Methoden: Es erfolgte die retrospektive Untersuchung von 27 Pat. die sich nach initialer TTA einer nachfolgenden Subtalar-Arthrodese (STA), Talonavikular-Arthrodese (TNA) oder Calcaneocuboidal-Arthrodese (CCA) unterzogen haben. Die zugrundeliegende Ätiologie wurde ermittelt, der zeitliche Verlauf zwischen TTA und Anschlussarthrodese sowie Behandlungsmethoden wurden dokumentiert. Wir wählten nach dem Zufallsprinzip eine Kontrollgruppe von 111 Pat. nach TTA aus, die sich keiner Anschlussarthrodese im unteren Sprunggelenksbereich unterzogen haben. Es wurde eine binäre logistische Regressionsanalyse durchgeführt, um Risikofaktoren für das Auftreten einer Anschlussarthrodese zu ermitteln. Korrelationskoeffizienten nach Pearson wurden berechnet, um die Beziehung zwischen dem Zeitintervall zwischen TTA und Anschlussarthrodese und verschiedenen klinischen + demografischen Parametern zu untersuchen. Ein t-Test für unabhängige Stichproben wurde durchgeführt, um das Zeitintervall zwischen TTA und Anschlussarthrodese für einige Subgruppen zu vergleichen.

Ergebnisse: Während des Beobachtungszeitraums (16 Jh) identifizierten wir 703 Pat. mit isolierter TTA. Davon benötigten 27 (3,8%) Pat. im Verlauf eine Arthrodese des unteren Sprunggelenks. Von den 27 Pat. unterzogen sich 20 einer TTA aufgrund einer posttraumatischen Arthrose, 4 aufgrund einer primären Arthrose und 3 als primäre Arthrodese bei akuten Verletzungen. 16 Pat. unterzogen sich einer internen- und elf einer externen Fixierung. Neun Pat. unterzogen sich einer Revisions-TTA, drei mit interner Fixierung und sechs mittels Ilizarov-Fixateur. Bei allen Pat. wurde das TT konsolidiert. 19 der 27 Pat. unterzogen sich einer isolierten STA, sechs einer gleichzeitigen STA und TNA und zwei einer gleichzeitigen STA und CCA. Der mittlere Zeitraum zwischen TTA und STA betrug 39,5 (Range 8–137) Monate. Unter den analysierten Variablen erwiesen sich Nikotinkonsum (p = 0,008), COPD (p = 0,023) und Asthma (p = 0,016) als signifikante Prädiktoren für eine spätere STA. Alle anderen untersuchten Variablen sowie Untersuchungen zum Zeitintervall zwischen TTA und Anschlussarthrodese lieferten keine statistisch signifikanten Ergebnisse.

Diskussion und Schlussfolgerung: Zusammenfassend zeigte diese Analyse, dass Pat. die sich einer TTA unterziehen über das Risiko einer Anschlussarthrodese bereits nach kurzem Zeitintervall aufgeklärt werden müssen, insbesondere bei bestehendem Nikotinkonsum, COPD und Asthma.