Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
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Beitrag der Faszie zur lateralen Ellenbogenstabilität: Biomechanische Evaluation von Verschlusstechniken und Nahtmaterialien
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Zielsetzung und Fragestellung: Die posterolaterale Rotationsinstabilität (PLRI) ist die häufigste Form der chronischen lateralen Ellenbogeninstabilität und beruht auf einer Insuffizienz des lateralen Kollateralbandkomplexes, insbesondere des LUCL. Die operative Therapie umfasst neben der Bandstabilisierung den Verschluss der Extensorenfaszie, dessen biomechanischer Beitrag zur lateralen Stabilität bislang unklar ist. Zudem existieren unterschiedliche Verschlusstechniken ohne evidenzbasierte Empfehlungen. Selbstsichernde Ankernähte haben sich in anderen Gelenken etabliert. Ob sie am Ellenbogen eine suffiziente fasziale Stabilisierung leisten, ist bislang nicht untersucht.
Material und Methoden: Zur Beurteilung der Gelenkstabilität wurde die posterolaterale Rotationsverschiebung an acht frisch gefrorenen humanen Ellenbogenpräparaten unter Applikation eines externen Drehmoments von bis zu 1,375 Nm analysiert. Die Messungen erfolgten bei 30°, 60° und 90° Flexion unter 3 konsekutiven Versuchsbedingungen: (1) bei nativem Gelenk, (2) nach Inzision der Extensorenfaszie über eine Länge von 5 cm distal des Epicondylus lateralis, sowie (3) nach Faszienverschluss mittels unterschiedlicher Nahttechniken: fortlaufende Naht mit monofilem Polydioxanon (PDS) Faden der Stärke 1–0, rückgeschlungene fortlaufende Naht mit monofilem PDS Faden der Stärke 1–0 und fortlaufende Naht mit selbstsicherndem Ankerfaden (Stratafix™, Fa. Ethicon).
Ergebnisse: Im Vergleich zum nativen Zustand zeigte sich bei eröffneter Faszie in 30° Flexion eine signifikant vergrößerte posterolaterale Rotationsverschiebung (MW 7,23° ± 3,47 vs. 8,88° ± 3,71; p = 0,035). In 60° und 90° Flexion lagen die Mittelwerte ebenfalls höher, ohne jedoch statistische Signifikanz zu erreichen. Nach Faszienverschluss reduzierte sich die Rotationsverschiebung bei 30° Flexion signifikant im Vergleich zur eröffneten Faszie (MW 8,88° ± 3,71 vs. 6,96° ± 2,27; p = 0,003).
Diskussion und Schlussfolgerung: Die Ergebnisse belegen, dass die laterale Faszie insbesondere in geringer Flexion einen relevanten Beitrag zur posterolateralen Stabilität leistet. Die signifikante Zunahme der Rotationsverschiebung nach Fasziotomie sowie die Reduktion nach Faszienverschluss bei 30° Flexion unterstreichen die Bedeutung einer suffizienten Weichteilrekonstruktion. Die rückgeschlungene fortlaufende PDS-Naht zeigte bei 60° Flexion biomechanische Vorteile gegenüber den anderen Techniken. Insgesamt waren die Unterschiede jedoch winkelabhängig, sodass kein genereller Vorteil einer der Nahtmaterialien und -techniken abgeleitet werden kann.



