Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
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SMART-Training verbessert die Kinematik einbeiniger Landungen nach akuter OSG-Außenbandruptur
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Zielsetzung und Fragestellung: Einbeinige Landungen stellen eine häufige Ursache im Zusammenhang mit OSG-Distorsionen dar und ermöglichen die Beurteilung funktioneller Defizite sowie des Risikos einer chronischen Instabilität. Unklar ist, ob ein sensomotorisches Training unmittelbar nach Unfallereignis die Wiederherstellung einer physiologischen Landestrategie kurzfristig beeinflussen kann. Ziel dieser Studie war es, die Effekte einer 6-wöchigen sensomotorischen Trainingsintervention auf die Kinematik einbeiniger Landungen sowie begleitende PROMS zu untersuchen.
Material und Methoden: Untersucht wurden Patient:innen mit primärer akuter OSG-Distorsion und MRT-gesicherter Außenbandläsion. Die SMART-Gruppe (n=33; 66% männlich; 25±8 Jahre; BMI 24±4 kg/m²) absolvierte ein multimodales sensomotorisches Training 5x/Woche über einen Zeitraum von 6 Wochen. Die Kontrollgruppe (NORMT; n=39; 63% männlich; 25±7 Jahre; BMI 24±3 kg/m²) erhielt die Standardversorgung (Physiotherapie nach Bedarf). Messungen erfolgten 2–3 Wochen nach Verletzung sowie nach 6 Wochen. Bei der einbeinigen Landung standen die Patient:innen auf einem Stepper, sollten einen Schritt nach vorne machen, auf die Kraftmessplatte „fallen“ und auf einem Bein landen. Kinematische Daten wurden mit einem 3D-Motion-Capture-System (myoMotion, Noraxon) erhoben. Sieben IMU-Sensoren wurden am Becken, an beiden Oberschenkeln, Unterschenkeln und Füßen platziert. Mittels Statistical Parametric Mapping (SPM) wurden Interaktionseffekte (Gruppe×Zeit) der Gelenkkinematik von Hüfte, Knie und Sprunggelenk über 200 ms vor bis 200 ms nach Bodenkontakt analysiert. Psychometrisch wurden CAIT und FAAM-Sport (Cumberland Ankle Instability Tool; Functional Ankle Ability Measure) erhoben. Evidenzgrad A.
Ergebnisse: SPM-Analysen zeigten signifikante Interaktionseffekte in der Hüftflexion über nahezu den gesamten Analysezeitraum (9–99%, p < 0.001; Cohen’s d=–1.046) sowie in der Knieflexion in der frühen Flugphase (0–25%, p=0.010; Cohen’s d=–1.119). Die Gelenkkinematik der SMART-Gruppe nach der Intervention nähert sich deskriptiv dem Bewegungsmuster einer gesunden Kontrollkohorte an. Psychometrisch ergaben sich signifikante Interaktionseffekte im CAIT (p=0.006; η²=0.102) und FAAM-Sport (p = 0.041; η²=0.067). Die SMART-Gruppe erreichte einen mittleren CAIT-Wert von 24. Dies stellt den klinischen Cut-off Wert zur Abgrenzung einer chronischen Sprunggelenksinstabilität dar.
Diskussion und Schlussfolgerung: Das sensomotorische Training führte bereits nach 6 Wochen zu deutlichen Veränderungen der Bewegungsstrategie während einbeiniger Landungen sowie klinisch bedeutsamen Verbesserungen der subjektiven Stabilität und Funktion. Die Annäherung an eine gesunde Gelenkkinematik und der CAIT-Wert im unauffälligen Bereich sprechen für eine frühzeitige funktionelle Normalisierung nach akuter OSG-Distorsion mit gesicherter Bandruptur und unterstreichen den potenziellen Nutzen um maladaptive Bewegungsstrategien zu vermeiden. Das SMART-Training sollte daher im Rahmen der frühzeitigen Nachbehandlung empfohlen werden.



