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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Rehabilitation mit Blood-Flow-Restriction Training nach elektivem Kniegelenksersatz: Eine klinisch-randomisierte Interventionsstudie in der ambulanten Heilbehandlung

Alexander Franz - Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Verena Braun - Deutsche Sporthochschule Köln, Köln, Deutschland
Frank Fröschen - Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Patrick Wahl - Deutsche Sporthochschule Köln, Köln, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die Anschlussheilbehandlung (AHB) nach endoprothetischem Kniegelenksersatz (K-TEP) zielt auf die Wiederherstellung von Muskelkraft und Funktion ab. Trotz des kostenintensiven Rehabilitationskonzeptes persistieren häufig muskuläre Defizite und funktionelle Einschränkungen. Hohe mechanische Trainingsintensitäten sind postoperativ oft schmerzbedingt limitiert. Blood-Flow-Restriction-(BFR)-Training ermöglicht durch die Kombination von leichten Belastungsintensitäten und externer venöser Okklusionen eine neue Therapiealternative zum gezielten postoperativen Muskelaufbau. Ziel dieser Studie war es, den Einfluss einer BFR-Intervention innerhalb der standardisierten AHB nach elektiver K-TEP auf Muskelstatus, Funktion und Lebensqualität zu untersuchen.

Material und Methoden: 25 Patienten nach elektiver K-TEP und Aufnahme in eine ambulante AHB wurden randomisiert einer Kontrollgruppe (CON) oder einer BFR-Interventionsgruppe (INT) zugeteilt. Beide Gruppen absolvierten ein dreiwöchiges multimodales Rehabilitationsprogramm. Der Krafttrainingsanteil in der MTT erfolgte 5×/Woche an einer hydraulischen Beinpresse mit 30% des 1RM, entweder mit Sham-BFR (20 mmHg; CON) oder mit 60% des arteriellen Verschlussdrucks (INT). Das Trainingsprotokoll umfasste jeweils vier Sätze (30/15/15/15 Wdh.). Messzeitpunkte waren zu Beginn der AHB (T0), nach sieben Trainingstagen (T1), nach drei Wochen (T2) sowie sechs Wochen post AHB (T3). Outcome-Parameter waren u.a. Muskelkraft (1RM), Muskelmasse (BIA), Schmerz (SF-36) und kniespezifische Lebensqualität (KOOS).

Ergebnisse: Beide Gruppen zeigten signifikante Verbesserungen von Muskelkraft, subjektiver Funktion und Schmerzreduktion nach der AHB. Der Kraftzuwachs von T0–T3 war in der INT signifikant höher als in der CON, sowohl im operierten (INT: +468,6 N vs. CON: +295 N; p < 0,001) als auch im nicht-operierten Bein (INT: +326,1 N vs. CON: +232,3 N; p = 0,002). Die INT erzielte höhere Werte in den meisten KOOS- und SF-36-Domänen, insbesondere für körperliche Funktionsfähigkeit, mit signifikantem Gruppen×Zeit-Effekt (p = 0,022). Bereits in der Frühphase (T0–T1) zeigte die INT eine deutlich stärkere Schmerzreduktion gegenüber der CON (KOOS: +31,5% vs. +13,8%).

Diskussion und Schlussfolgerung: Das BFR-Training stellt eine effektive, sichere und gut verträgliche Ergänzung der AHB nach K-TEP dar. Die Kombination aus BFR und konventioneller medizinischer Trainingstherapie führt zu überlegenen Kraftzuwächsen, verbesserter funktioneller Leistungsfähigkeit und reduzierter Schmerzsymptomatik und unterstreicht das Potenzial von BFR in der postoperativen Rehabilitation. Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial von BFR als effektive Ergänzung zur postoperativen Rehabilitation.