Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)
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Welche Faktoren bestimmen den neurologischen Behandlungserfolg bei degenerativer zervikaler Myelopathie? Eine Synthese aus drei klinischen Studien
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Zielsetzung und Fragestellung: Die degenerative zervikale Myelopathie (DCM) ist die häufigste Ursache einer nicht-traumatischen Rückenmarkschädigung im Erwachsenenalter. Obwohl die operative Dekompression als Goldstandard etabliert ist, bestehen weiterhin Unsicherheiten hinsichtlich prognostisch relevanter Faktoren und der optimalen OP-Strategie. Insbesondere der Stellenwert der Symptomdauer, der Spinalkanalmorphologie sowie radiologischer Parameter wird kontrovers diskutiert.
Material und Methoden: Die vorliegende Arbeit basiert auf drei eigenständigen retrospektiven klinischen Studien aus einem Wirbelsäulenzentrum, die zwischen 2020 und 2025 durchgeführt wurden. Untersucht wurden Patient:innen mit DCM nach anteriorer, posteriorer oder kombinierter operativer Dekompression. Erfasst wurden der präoperative neurologische Status anhand des Japanese Orthopaedic Association (JOA)-Scores, die Symptomdauer, der ASA-Status, die Morphologie der Spinalkanalstenose (konzentrisch vs. nicht-konzentrisch), der operative Zugangsweg sowie radiologische Parameter inklusive des postoperativen Myelon-Shifts. Der neurologische Outcome wurde anhand der absoluten JOA-Score-Veränderung sowie des Erreichens eines klinisch relevanten Zugewinns definiert. Multivariable lineare und logistische Regressionsanalysen wurden durchgeführt.
Ergebnisse: Über alle drei Studien hinweg zeigte sich eine signifikante postoperative neurologische Verbesserung. Der präoperative JOA-Score war der stärkste und konsistenteste Prädiktor des neurologischen Zugewinns, wobei Patient:innen mit ausgeprägter Myelopathie am meisten profitierten. Ein höherer ASA-Status war unabhängig mit einem geringeren funktionellen Gewinn assoziiert. Eine konzentrische Spinalkanalstenose stellte einen unabhängigen Risikofaktor für ein Versagen einer alleinigen ventralen Dekompression und für die Notwendigkeit sekundärer dorsaler Eingriffe dar. Die Symptomdauer war signifikant mit einer reduzierten Wahrscheinlichkeit eines frühen klinisch relevanten neurologischen Zugewinns assoziiert. Das Ausmaß des postoperativen Myelon-Shifts zeigte keinen unabhängigen Zusammenhang mit dem klinischen Outcome.
Diskussion und Schlussfolgerung: Der neurologische Behandlungserfolg bei DCM wird primär durch den präoperativen neurologischen Status, die systemische Patientenbelastung und die Morphologie der Spinalkanalstenose bestimmt. Die Symptomdauer beeinflusst insbesondere die frühe klinische Erholung, während radiologische Verschiebungsparameter keine eigenständige prognostische Relevanz zeigen. Die Ergebnisse sprechen für eine individualisierte, morphologie- und risikoadaptierte OP-Strategie bei der Behandlung der DCM.



