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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Welche antimikrobiellen Wirkstoffe können Knochenzement zugemischt werden um die Keimlage bestmöglich zu adressieren? Was ist bei der Zumischung zu beachten?

Martina Humez - Justus Liebig Universität Gießen, Gießen, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Die periprothetische Gelenkinfektion (PPI) ist eine seltene, aber schwerwiegende Komplikation. Ein grundlegender Aspekt der PPI-Behandlung ist die Verwendung von mit Antibiotika oder Antimykotika angereichertem Knochenzement. Für die therapeutische Anwendung ist es häufig notwendig, Wirkstoffe manuell mit kommerziell hergestellten Knochenzementen zu vermischen. Die potenziellen Probleme, die sich aus dieser manuellen Beimischung ergeben, sind jedoch bislang nicht umfassend dokumentiert worden. Ziel dieser Studie ist es, die Auswirkungen einer zusätzlichen Homogenisierung durch Trockenmischung zu untersuchen, sowie einen Überblick über die Möglichkeiten der Zumischung antimikrobieller Substanzen inklusive ihrer optimalen Dosierung zu bieten.

Material und Methoden: In dieser laborbasierten Untersuchung wurden Zementproben unter Verwendung verschiedener Methoden zur manuellen Beimischung und Homogenisierung unterschiedlicher Antimykotika und Antibiotika hergestellt. Die Proben wurden hinsichtlich mechanischer, mikrobiologischer und mikroskopischer Eigenschaften analysiert.

Ergebnisse: Die mechanischen und mikrobiologischen Analysen zeigten Unterschiede zwischen den manuell gemischten Proben hinsichtlich ihrer mechanischen Belastbarkeit und Wirkstofffreisetzung. Bei der zusätzlichen Trockenmischung in einer Mischkartusche wurden Anzeichen von Abrieb während des Mischvorgangs dokumentiert.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die manuelle Beimischung von Antibiotika in Knochenzement sollte anhand des Antibiogramms erfolgen, wobei nach Möglichkeit kommerziell verfügbare Mischungen bevorzugt, verwendet werden sollten um eine ausreichend hohe Wirkstofffreisetzung und mechanische Belastbarkeit zu gewährleisten.