Logo

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Einfluss standardisierter OP-Kits auf Nachhaltigkeit und Prozessoptimierung im Operationssaal

Annika Steinmeier - Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
Nicole Feder - Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
Robert Mahlow - Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
Oliver Birkelbach - Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
Ulrich Stöckle - Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland
Robert Zahn - Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Der Gesundheitssektor ist global für 4,4% der Treibhausgasemissionen verantwortlich (Richter, 2023). Neben dem Energieverbrauch im Krankenhaus stellt insbesondere die Abfallbewirtschaftung einen wesentlichen Emissionsfaktor dar. In den letzten Jahren produzierte der deutsche Gesundheitssektor ca. 5 Mio. Tonnen Abfall pro Jahr (Wyssusek, 2019). Insbesondere der Abfall aus dem Operationstrakt macht mit rund 30% des gesamten Krankenhausabfalls einen relevanten Anteil aus. Neben einer effizienten Abfalltrennung und der Integration von Wertstoffen in Recyclingprozesse ist die Abfallvermeidung eine zentrale Maßnahme zur Minderung der CO2-Emissionen (Lattanzio, 2022; Pradere, 2023). Insbesondere einzeln verpackte Materialien verursachen hohe Abfallmengen und erfordern hohen Aufwand in der Vorbereitung. In diesem Zusammenhang bieten standadisierte OP-Material-Kits mit gebündelten Operationsmaterialien vielversprechendes Potenzial zur Abfallreduktion und Prozessoptimierung (Lopez, 2024). Ziel dieser Studie war es, den Einfluss standardisierter OP-Material-Kits im Hinblick auf Abfallmengen, Arbeitsabläufe und subjektiven Komfort zu untersuchen.

Material und Methoden: Über einen Zeitraum von vier Wochen wurde das Abfallaufkommen in fünf unfallchirurgischen OP-Sälen eines Maximalversorgers prospektiv erfasst. Die Datenerhebung erfolgte je zwei Wochen unter Nutzung einzeln verpackter Materialien sowie darauffolgend unter Nutzung standadisierter OP-Material-Kits. Es wurden Volumen und Gewicht des Abfalls sowie die Dauer der Vor- und Nachbereitung der Operationen gemessen. Die subjektive Einschätzung des OP-Personals erfolgte mittels anonymisierter Fragebögen. Die deskriptive Statistik beinhaltete Mittelwerte und Standardabweichungen. Differenzen zwischen abhängigen Variablen wurden in Abhängigkeit von der Datenverteilung mittels T-Test bzw. Wilcoxon-Test analysiert, bei unabhängigen Variablen mittels T-Test bzw. Mann-Whitney-U-Test. Das Signifikanzniveau wurde auf 0,05 festgelegt.

Ergebnisse: Unter Nutzung standardisierter OP-Material-Kits konnte die anfallende Abfallmenge signifikant gesenkt werden. Zudem zeigte sich eine signifikante Verkürzung der Vorbereitungsdauer des Operationspersonals im Vergleich zur Nutzung einzeln verpackter Materialien. Die Befragung ergab eine hohe Akzeptanz und Zufriedenheit des Personals im Umgang mit OP-Material-Kits.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Implementierung standardisierter OP-Material-Kits kann eine signifikante Abfallreduktion durch Vermeidung von Einzelverpackungen ermöglichen und gleichzeitig zur Optimierung von Arbeitsabläufen im Operationssaal beitragen.