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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Additive Regionalanästhesie bei distalen Humerusfrakturen – lohnt es sich?

Tim Jakobi - BG Unfallklinik Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Deutschland
Anna Egert - BG Unfallklinik Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Deutschland
Anne Bauer - BG Unfallklinik Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Deutschland
Matthias Sauter - BG Unfallklinik Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Deutschland
Matthias Münzberg - BG Unfallklinik Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Deutschland
Alexander Klug - BG Unfallklinik Frankfurt am Main, Frankfurt am Main, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Distale Humerusfrakturen erfordern eine oft anspruchsvolle operative Rekonstruktion mit anschließend intensiver Rehabilitationsphase und gehen nicht selten mit erheblichem Weichteiltrauma und damit verbundenem intra- und postoperativem Schmerz einher. Das perioperative Management stellt daher eine Herausforderung für den Behandler dar. Gegenwärtig existieren kaum belastbaren Daten, die eine Verwendung der additiven intraoperativen Regionalanästhesie (RAJ Block) zusätzlich zur Allgemeinanästhesie bei distalen Humerusfrakturen untersuchen.

Material und Methoden: Von 08/2020 bis 06/2024 konnten 94 Patienten, welche bei distalen Humerusfrakturen operativ versorgt wurden, im Rahmen dieser Studie eingeschlossen werden. Es erfolgte die Aufteilung in zwei Gruppen: Gruppe A (58 Patienten (61.7%)) erhielt eine balancierte Allgemeinanästhesie ohne zusätzliche Regionalanästhesie und Gruppe B (36 Patienten (38.3%)) zusätzlich einen infraclaviculären Block (RAJ Block). Allgemeine Patientencharakteristika, die intra- und postoperative Schmerzmedikation und der postoperative Schmerzverlauf (Aufwachraum, Normalstation; visuelle Analogskala (VAS)) wurden dokumentiert und ausgewertet.

Ergebnisse: Patienten mit zusätzlichem präoperativen infraclaviculären Block zeigten einen signifikant niedrigeren Opioidbedarf intraoperativ (Sufentanyl 43.7 ±16.4 µg vs. 62.2 ±23.1 µg; p<0.001) und direkt postoperativ (Piritramid 2.8 ±6.3 mg vs. 12.6 ±9.3 mg; p<0.001). Zudem wiesen sie im Aufwachraum signifikant weniger postoperative Schmerzen (0.8 ±1.6 vs. 3.9 ±1.6 VAS; p<0.001) auf. Zwischen den Gruppen zeigte sich bezogen auf den Opioidbedarf am ersten postoperativen Tag kein signifikanter Unterschied, ab dem zweiten postoperativen Tag benötigten die Patienten mit infraclaviculärem Block jedoch signifikant weniger Opioide. Das postoperative Schmerzniveau der Patienten mit infraclaviculärem Block war am OP Tag (1.4 ±1.1 vs. 3.3 ±1.5 VAS; p<0.001) und am ersten postoperativen Tag (2.1 ±0.7 vs. 3 ±1.5 VAS; p<0.001) signifikant niedriger. In Zusammenhang mit der Durchführung des infraclaviculären Blocks wurden im gesamten Patientenkollektiv keine Komplikationen beobachtet.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die operative Versorgung von distalen Humerusfrakturen geht nicht selten mit postoperativen Schmerzen und entsprechend hohem Schmerzmittelbedarf einher. Der zur Allgemeinanästhesie additiv durchgeführte infraclaviculäre Block stellt eine sichere und komplikationsarme Therapiemöglichkeit dar, um das postoperative Schmerzniveau und den postoperativen Schmerzmittelbedarf signifikant zu senken. Bei fehlenden Kontraindikationen kann dieser daher, nach entsprechender Aufklärung des Patienten, bei distalen Humerusfrakturen verwendet werden.