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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Osteoporose – Versorgungssituation im ländlichen Bereich: Wunsch und Wirklichkeit

Heino Arnold - SANA Klinikum Pegnitz, Orthopädisches Centrum Fichtelgebirge, Rehau, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Seit dem 1. Oktober 2025 gibt es auch in Bayern das DMP Programm Osteoporose. Vorrangiges Ziel hierbei ist die Verbesserung der Versorgung chronisch kranker Versicherter. Insbesondere sollen durch die chronische Krankheit bedingte Folgeschäden und Komplikationen bei den betroffenen Versicherten vermieden werden.

Material und Methoden: Aufgegriffen wurde die Versorgungssituation in zwei orthopädische Praxen im ländlich strukturierten Oberfranken, in Rehau und Marktredwitz. Hier wurden seit dem 1.1. 2023 alle Patienten gemäß den Vorgaben der GKV, Frauen ab 70 und Männer ab 80 Jahre, einer Osteodensitometrie mittels DXA zu Lasten der GKV unterzogen, Patienten mit Vorerkrankungen, die die Knochenstruktur betreffen, auch früher. Pro Quartal fallen so im Durchschnitt 246 Screeninguntersuchungen an.

Ergebnisse: Nahezu alle Patienten mit behandlungspflichtiger Osteoporose sind unzureichend versorgt. Zur Ermittlung des Frakturrisikos unter Einbeziehung des Ergebnisses der Knochendichtemessung, vorbestehender Risikofaktoren und eventueller Wirbelfrakturen wurde die App des BVOU e.V., die die aktuellen Leitlinien einbezieht, genutzt. Es wurden insgesamt 486 Patienten mit behandlungspflichtiger Osteoporose gefunden, hiervon wiesen bereits 86 Wirbelfrakturen ohne adäquates Trauma auf. Eine Basistherapie war bei diesem Patienten gemäß aktueller DVO Leitlinie bis auf 23 Patienten nicht eingeleitet worden. Aufgrund des Frakturrisikos wurde bei 378 Patienten eine Bisphosphonattherapie eingeleitet bzw. fortgeführt, bei 92 eine osteoanabole Therapie, bei 16 Ibandroninjektionen

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Versorgungsrealität der Volkskrankheit Osteoporose spiegelt ein um genügend Bewusstsein für die Verbreitung diese Erkrankung wider, was auch erhebliche Kosten aufgrund der eingetretenen Frakturen nach sich zieht. Die Kenntnis der Notwendigkeit einer Basistherapie ist allgemeinärztlich nicht weit verbreitet, problematisch ist zudem die kontraproduktive Haltung der meisten Zahnärzte. Hier ist weitere zielgerichtete Aufklärung dringend erforderlich.