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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Die Prävalenz der Sarkopenie bei traumatisierten Patient*innen in einem Deutschen Level-1-Traumazentrum

Alexander Crämer - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Heidelberg, Deutschland
Jonathan Groebel - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Heidelberg, Deutschland
Stephan Stein - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Heidelberg, Deutschland
Christian Schamberger - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Heidelberg, Deutschland
Tim Bewersdorf - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Heidelberg, Deutschland
Tobias Großner - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Heidelberg, Deutschland
Sebastian Decker - Anästhesiologische Klinik, Heidelberg, Deutschland
Gerhard Schmidmaier - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Heidelberg, Deutschland
Jessica Böpple - Universitätsklinikum Heidelberg, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Heidelberg, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Sarkopenie ist eine Erkrankung, die mit einem höheren Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko einhergeht. Das Risiko für Femurbrüche ist erhöht und bringt häufig eine lange Rehabilitationsphase mit, vor allem bei geriatrischen Patient*innen. Diese Studie ist darauf ausgelegt, die Prävalenz der Sarkopenie beurteilen, um die Notwendigkeit weiterer Studien zu evaluieren.

Material und Methoden: Diese monozentrische prospektive Longitudinalstudie wurde zwischen November 2024 und Juni 2025 in einem deutschen Maximalversorger durchgeführt und analysierte unfallchirurgische Patient*innen über 18 Jahre und mit einem ISS Score >5 oder einem Intensivaufenthalt länger als 24 h. Es wurden demographische Daten, Verletzungen, ISS, Krankenhausaufenthalt, Handkraft und der SARC-F erhoben. Eine Sarkopenie wurde diagnostiziert, wenn bei weiblichen Teilnehmerinnen die Handkraft unter 17 kg und bei männlichen Teilnehmern unter 27 kg betrug und der SARC-F mindestens 4 Punkte betrug. Die statistische Analyse umfasste die Prävalenz der Sarkopenie und die Korrelation zwischen Alter, ISS, Krankenhausaufenthalt und der Erkrankung.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 76 Patient*innen in die Studie aufgenommen, 36 weiblich und 40 männlich. Das mediane Alter aller Patient*innen betrug 67,64 Jahre (IQR = 12,41). Von diesen wurden 9 mit einer Sarkopenie diagnostiziert mit einem Durchschnittsalter von 84,90 Jahren (IQR = 20,16). 6 waren weiblich und 3 männlich mit keinem signifikanten Unterschied (p=0,217). Es war kein signifikanter Unterschied in den Altersgruppen vorhanden. Von 49 Patient*innen mit einem Alter jünger als 70 wurden 3 mit Sarkopenie diagnostiziert. 6 von 27 Patient*innen über 70 Jahre wurden mit Sarkopenie diagnostiziert (p=0,038). Die mediane SARC-F bei Patient*innen betrug 5 (IRQ = 2) und bei Patient*innen ohne Sarkopenie 0 (IQR = 1). Der Pseudo-R2 in der linearen Regression zwischen Sarkopenie und Alter war 0,1934. Einen statistischen Zusammenhang zwischen dem Krankenhausaufenthalt und Sarkopenie gab es nicht (p=0,994).

Diskussion und Schlussfolgerung: Mit 11,84% einer diagnostizierten Sarkopenie zeigt unsere Studie eine höhere Prävalenz als Diabetes Typ 2 in Deutschland und unterstreicht die Wichtigkeit der Diagnostik dieser Erkrankung. Mit einer Prävalenz von 22,2% in der Gruppe der über 70-Jährigen wird die Wichtigkeit ein weiteres Mal unterstrichen. Der Zusammenhang zwischen dem Krankenhausaufenthalt und der Sarkopenie ist verzerrt, da ausschließlich der Aufenthalt im Deutschen Level-1-Traumazentrum berücksichtig wurde. Bezüglich der alternden Bevölkerung und der Zunahme der Sarkopenie in den vergangenen Jahren, steigt die Bedeutung der Diagnose Sarkopenie und es sollten weitere Studien in diesem Themenfeld durchgeführt werden.