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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Frühfunktioneller Nachbehandlung hinterer Kreuzbandplastik – ein Jahres Follow Up einer prospektive Multi Center Studie

Julius Watrinet - BG Unfallklinik Murnau, Murnau am Staffelsee, Deutschland; Sektion Sportorthopädie TUM Universitätsklinikum, München, Deutschland
Philipp Blum - BG Unfallklinik Murnau, Murnau am Staffelsee, Deutschland
Diane Leyder - BG Klinik Tübingen, Tübingen, Deutschland
Marc Ahrend - BG Klinik Tübingen, Tübingen, Deutschland
Julian Fürmetz - BG Unfallklinik Murnau, Murnau am Staffelsee, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Dynamische Knieorthesen sind als Bestandteil der postoperativen Nachbehandlung bei Verletzungen des hinteren Kreuzbands (PCL) empfohlen, um eine hintere Translation der Tibia zu verhindern und gleichzeitig den Erhalt der Kniebeweglichkeit zu gewährleisten. Ziel dieser Studie war die Evaluierung der sagittalen Laxität und des funktionellen Outcomes ein Jahr nach operativer Therapie einer PCL-Verletzung mit anschließender frühfunktioneller Nachbehandlung mittels einer dynamischen Knieorthese.

Material und Methoden: In dieser prospektiven Multicenter-Studie wurden alle Patienten ab 18 Jahren mit einer isolierte hinteren Kreuzbandinsuffizient eingeschlossen, die zwischen Februar 2023 und September 2024 in zwei überregionalen Traumazentren operativ mittels Ersatzbandplastik behandelt wurden. Unmittelbar postoperativ erhielten alle Patienten eine dynamische Knieorthese (Jack PCL Brace, Albrecht GmbH, Stephanskirchen, Deutschland). Mittels Rolimeter wurde die sagittale Laxität zum Zeitpunkt des Studieneinschlusses sowie nach einem Jahr erhoben. Alle Messungen wurden im Seitenvergleich durchgeführt. Zudem wurden die nachfolgenden Scores zum Zeitpunkt des Studieneinschlusses sowie nach 12, 26 und 52 Wochen erhoben: International Knee Documentation Committee Score (IKDC) und Tegner Activity Score.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 18 Patienten (2 Frauen, 16 Männer) mit einem durchschnittlichen Alter von 39,6 ± 13,2 Jahren eingeschlossen. Der Median für die Diagnosestellung betrug 25 Tage (0 – 431 Tage) nach der Verletzung. Die initiale Rolimeter-Messung zeigte einen mittele Side-to-Side Differenz von 8,2 ± 2,8 mm (p < 0,001). 52 Wochen postoperativ betrug die Differenz 1,7 ± 1,5 mm (p < 0,001). Während der mittlere IKDC-Score innerhalb des Beobachtungszeitraums signifikant anstieg (46,7 ±17,0 vs. 79,5 ± 9,2; p < 0,001), zeigte sich beim Tegner Score auch nach 52 Wochen kein signifikanter Unterschied zum Ausgangswert vor der Verletzung (5 ± 2 vs. 5 ± 1; p=0,8).

Diskussion und Schlussfolgerung: Mit frühfunktioneller Nachbehandlung ist eine signifikante Verbesserung der sagittalen Stabilität des Kniegelenks nach 52 Wochen zu erreichen. Der IKDC-Score zeigte im Verlauf eine signifikante funktionelle Verbesserung auf. Der Tegner-Score erreichte nach 52 Wochen das Aktivitätsniveau wie vor der Verletzung.