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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Heterogenität des postoperativen Schmerzmanagements nach pädiatrischer Skoliosechirurgie in Deutschland: Ergebnisse einer interdisziplinären Umfrage

Anna-Lena Hauser - Orthopädische Universitätsklinik am St. Josef Hospital Bochum, Bochum, Deutschland
Javier Noriega Urena - Orthopädische Universitätsklinik am St. Josef Hospital Bochum, Bochum, Deutschland
Alexander Von Glinski - Orthopädische Universitätsklinik am St. Josef Hospital Bochum, Bochum, Deutschland
Tobias Schulte - Orthopädische Universitätsklinik am St. Josef Hospital Bochum, Bochum, Deutschland
Tobias Lange - Orthopädische Universitätsklinik am St. Josef Hospital Bochum, Bochum, Deutschland

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Postoperative Schmerzen nach Wirbelsäulenoperationen bei Kindern und Jugendlichen stellen eine relevante klinische Herausforderung dar. Trotz bestehender Empfehlungen, insbesondere des WHO-Stufenschemas, existieren bislang keine einheitlichen Standards zur Organisation postoperativer Schmerzvisiten, zur Schmerzerfassung oder zur medikamentösen Schmerztherapie in der pädiatrischen Wirbelsäulenchirurgie.

Material und Methoden: Im Jahr 2025 wurde eine anonyme, interdisziplinäre Onlinebefragung unter Mitgliedern der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft durchgeführt. Erfasst wurden Struktur und Organisation postoperativer Schmerzvisiten, verwendete Schmerzmessinstrumente sowie Art und Zusammensetzung der postoperativen Schmerztherapie bei Kindern und Jugendlichen nach Skolioseoperationen. Die Auswertung erfolgte deskriptiv und explorativ.

Ergebnisse: 34 vollständig ausgefüllte Fragebögen gingen in die Analyse ein. Es zeigte sich eine ausgeprägte Heterogenität in der Organisation postoperativer Schmerzvisiten sowie ein deutlicher Wechsel der Zuständigkeiten zwischen Tages- und Nachtdienst. Zwar nutzten nahezu alle Kliniken Schmerzskalen, jedoch dominierten eindimensionale Instrumente wie VAS und NRS, während multidimensionale oder beobachtungsbasierte Skalen kaum Anwendung fanden. Die postoperative Schmerzmedikation wies eine hohe Variabilität auf; Kombinationen von WHO-Stufe-1-Analgetika sowie Ko-Analgetika wurden selten eingesetzt, während Opioide häufig Bestandteil der Regeltherapie waren.

Diskussion und Schlussfolgerung: Die Ergebnisse verdeutlichen eine erhebliche Variabilität der postoperativen Schmerztherapie und -organisation bei pädiatrischen Wirbelsäulenoperationen in Deutschland. Es besteht ein dringender Bedarf an standardisierten, altersadaptierten und multimodalen Konzepten zur Schmerzerfassung und -behandlung, um die Versorgungsqualität nachhaltig zu verbessern.