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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2026 (DKOU 2026)

Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC), Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU)
20.-23.10.2026
Berlin

Meeting Abstract

Langzeitergebnisse nach Behandlung tarsaler Koalitionen

Pascal Vogler - Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie Innsbruck, Innsbruck, Österreich
Alexander Keiler - Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie Innsbruck, Innsbruck, Österreich
Konstantin Genelin - Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie Innsbruck, Innsbruck, Österreich; Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie Innsbruck, Innsbruck, Österreich
Rainer Biedermann - Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie Innsbruck, Innsbruck, Österreich
Jürgen Wansch - Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie Innsbruck, Innsbruck, Österreich
Sebastian Kittel - Medizinische Universität Innsbruck, Innsbruck, Österreich
Andreas Bölderl - Universitätsklinik für Orthopädie und Traumatologie Innsbruck, Innsbruck, Österreich

Text

Zielsetzung und Fragestellung: Tarsale Koalitionen werden aufgrund eines hohen Anteils asymptomatischer Verläufe häufig nicht diagnostiziert. Bei Auftreten von Symptomen können sie jedoch zu relevanten funktionellen Einschränkungen führen, wobei konservative Therapieversuche oft unzureichend sind und eine operative Behandlung erforderlich wird. Die Langzeitergebnisse variieren in Abhängigkeit vom Koalitionstyp und der gewählten Therapieform erheblich, während vergleichende Langzeitdaten bislang limitiert sind. Ziel dieser Studie war die Analyse der Langzeitergebnisse konservativ und operativ behandelter tarsaler Koalitionen an einem universitären Zentrum über einen Zeitraum von 20 Jahren.

Material und Methoden: In dieser retrospektiven Beobachtungsstudie wurden Patienten mit tarsaler Koalition entsprechend des primären Therapiekonzepts in eine konservativ und eine operativ behandelte Gruppe eingeteilt. Die operativ behandelten Patienten wurden weiter in primäre Koalitionsresektion, primäre Arthrodese sowie Revisionsverfahren untergliedert. Die klinischen Outcome-Parameter wurden für jede Subgruppe deskriptiv ausgewertet, mit besonderem Fokus auf die Ergebnisse nach primärer Resektion, und zwischen den Therapieformen verglichen.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 79 Patienten mit tarsaler Koalition identifiziert. Eine operative Therapie erfolgte bei 37 Patienten (46,8%), während 47 Patienten (59,5%) konservativ behandelt wurden. Von den operierten Patienten erhielten 26 (70,3%) eine primäre Koalitionsresektion und 11 (29,7%) eine primäre Arthrodese. Nach primärer Resektion war bei 3 Patienten (11,5%) eine erneute Resektion erforderlich, während 2 Patienten (7,7%) einer sekundären Arthrodese zugeführt wurden. Nach dem Primäreingriff waren 15 Patienten (57,7%) nach Resektion und 7 Patienten (63,6%) nach primärer Arthrodese beschwerdefrei.

Diskussion und Schlussfolgerung: Sowohl die primäre Koalitionsresektion als auch die primäre Arthrodese waren in diesem Langzeitkollektiv häufig mit persistierenden Restbeschwerden assoziiert, sodass eine vollständige Beschwerdefreiheit mit keinem der beiden Verfahren garantiert werden kann. Die operative Therapie stellt bei persistierender Symptomatik nach konservativer Behandlung eine wichtige Behandlungsoption dar. Bei gegebener Operationsindikation zeigte die primäre Resektion hinsichtlich der Beschwerdelinderung vergleichbare Ergebnisse zur Arthrodese, bei gleichzeitigem Erhalt der Gelenkbeweglichkeit und der Möglichkeit einer sekundären Arthrodese bei Therapieversagen. Entsprechend sollte die primäre Koalitionsresektion bei geeigneter Patientenselektion als initiales operatives Verfahren bevorzugt werden, während die primäre Arthrodese fortgeschrittenen Befunden oder frustraner Resektion vorbehalten bleiben sollte.