28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.
28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.
Auswirkungen des T-Level-spezifischen Cochlea-Implantat-Fittings auf das audiologische Ergebnis
Text
Fragestellung: Die Verbesserung des Sprachverstehens ist ein Hauptziel der Versorgung von Patient*innen mit Cochlea-Implantaten (CI). Dafür ist die Anpassung (Fitting) des Audioprozessors und der dort gespeicherten Programme (MAPs) von zentraler Bedeutung. Es existieren viele verschiedene Methoden, um die untere Schwelle dieser MAPs, das T-Level, zu bestimmen. In dieser Studie wird der Einfluss einer elektrodenspezifischen systematischen CI-Fitting-Methode auf das Sprachverstehen mit CI untersucht.
Methoden: Patient*innen, die mit einem Nucleus-CI (Cochlear, Sydney, Australien) versorgt wurden und mit diesem mindestens sechs Monate Hörerfahrung haben, wurden in die Studie eingeschlossen. Wenn möglich, wurde aus den präoperativen Daten das zu erwartende Sprachverstehen mit CI nach Hoppe et al. [1] berechnet. Mit der aktuellen Alltags-MAP der Patient*innen wurde eine Kategoriale Lautheitsskalierung (KLS) und sprachaudiometrische Messungen in mit dem CI-System in Ruhe durchgeführt. Anschließend erfolgte das psychoakustische T-Wert-Fitting basierend auf dem precT-Verfahren nach Rader et al. [2]. Nach einer einstündigen Akklimatisierungsphase in realer Hörumgebung wurden die audiologischen Tests mit der veränderten MAP erneut durchgeführt und mit den Werten vor der Einstellung verglichen.
Ergebnisse: 35 Proband*innen konnten in die Studie eingeschlossen werden. Das systematische T-Level-Fitting resultierte in einer durchschnittlichen T-Level-Änderung von 0.5 ± 15.7 CL. Das Sprachverstehen in Ruhe verbesserte sich über alle drei gemessenen Pegel (50, 65, 80 dB SPL) statistisch signifikant. Der auf der KLS basierte prozentuale Hörverlust [3] reduzierte sich ebenfalls signifikant. Alle Probanden entschieden sich dafür, die Studien-MAP nach Abschluss der Studienmessungen auf ihrem Prozessor zu belassen, um sie im Alltag weiter zu testen und zu integrieren.
Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass die systematische und genaue Bestimmung der T-Level für das Sprachverstehen in Ruhe und die Wahrnehmung leiser Geräusche mit CI sehr relevant ist. Durch diese Methode kann der vorhersagbare Versorgungserfolg deutlich häufiger erreicht werden.
Literatur
[1] Hoppe U, Hocke T, Hast A, Iro H. Cochlear Implantation in Candidates With Moderate-to-Severe Hearing Loss and Poor Speech Perception. Laryngoscope. 2021 Mar;131(3):E940-E945. DOI: 10.1002/lary.28771[2] Rader T, Doms P, Adel Y, Weissgerber T, Strieth S, Baumann U. A method for determining precise electrical hearing thresholds in cochlear implant users. Int J Audiol. 2018 Jul;57(7):502-509. DOI: 10.1080/14992027.2017.1412519
[3] Dziemba OC, Brzoska T, Ihler F, Busch CJ. Eignung der Bestimmung prozentualer Hörverluste zum Monitoring der Cochlea Implantat Rehabilitation [Suitability of determining percentage hearing loss for monitoring cochlear implant rehabilitation]. HNO. 2023 Feb;71(2):83-91. German. DOI: 10.1007/s00106-022-01257-8



