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28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e. V.
04.-06.03.2026
Oldenburg

Meeting Abstract

Zusammenhang von DPOAE-Messungen und kognitiver Leistungsfähigkeit im Erwachsenenalter

Viktoria Machajdik - VASCage, Zentrum für klinische Schlaganfallforschung, Innsbruck, Österreich; Medizinische Universität Innsbruck, Innsbruck Cognitive Neuroscience (ICONE), Universitätsklinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen, Innsbruck, Österreich
Josef Seebacher - Medizinische Universität Innsbruck, Universitätsklinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen, Innsbruck, Österreich
Simone Graf - Medizinische Universität Innsbruck, Universitätsklinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen, Innsbruck, Österreich
Philipp Zelger - Medizinische Universität Innsbruck, Universitätsklinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen, Innsbruck, Österreich
Matthias Dallio - Medizinische Universität Innsbruck, Universitätsklinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen, Innsbruck, Österreich
Julia Mähr - Medizinische Universität Innsbruck, Universitätsklinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen, Innsbruck, Österreich
Franz Muigg - Medizinische Universität Innsbruck, Universitätsklinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen, Innsbruck, Österreich
Lukas Mayer-Suess - VASCage, Zentrum für klinische Schlaganfallforschung, Innsbruck, Österreich; Medizinische Universität Innsbruck, Universitätsklinik für Neurologie, Innsbruck, Österreich
Michael Knoflach - VASCage, Zentrum für klinische Schlaganfallforschung, Innsbruck, Österreich; Medizinische Universität Innsbruck, Universitätsklinik für Neurologie, Innsbruck, Österreich
Stefan Kiechl - VASCage, Zentrum für klinische Schlaganfallforschung, Innsbruck, Österreich; Medizinische Universität Innsbruck, Universitätsklinik für Neurologie, Innsbruck, Österreich
Sonja Rossi - Medizinische Universität Innsbruck, Innsbruck Cognitive Neuroscience (ICONE), Universitätsklinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen, Innsbruck, Österreich

Text

Mit zunehmendem Alter zeigen viele Erwachsene Einschränkungen sowohl im Hören als auch in bestimmten Bereichen kognitiver Funktionen. Hörverlust steht in Verbindung mit einer höheren Inzidenz von Demenz bei älteren Erwachsenen, jedoch sind die zugrundeliegenden Mechanismen zwischen Hören und Kognition noch nicht vollständig geklärt. In unterschiedlichen Modellen wird sensorische Deprivation (Sensory Deprivation Theory), erhöhte kognitive Belastung durch Hörverlust (Cognitive Load Theory) sowie gemeinsame neurodegenerative Mechanismen (Common Cause Theory) als Bindeglied zwischen Hörverlust und der Beeinträchtigung kognitiver Fähigkeiten diskutiert. Das Ziel der Studie ist, zum besseren Verständnis der altersbedingten Veränderungen des Hörvermögens und der kognitiven Leistungsfähigkeit beizutragen.

Die Stichprobe verteilt sich auf vier Altersgruppen (18 bis 34 Jahre, 35 bis 49 Jahre, 50 bis 64 Jahre und 65 bis 79 Jahre), die jeweils etwa 100 Personen umfassen. Die Innenohrfunktion zur Schätzung der Hörschwellen ab 1 kHz wurde mittels Messung von Distorsionsprodukten otoakustischer Emissionen (DPOAE) erfasst. Die DPOAE-Ergebnisse wurden in weiterer Folge pro Person in auffällig oder unauffällig eingeteilt. Zur Beurteilung der kognitiven Leistungsfähigkeit kam das Montreal Cognitive Assessment (MoCA), ein Screening-Verfahren zur Erkennung leichter kognitiver Beeinträchtigungen, zum Einsatz.

Die ersten Auswertungen zeigen, dass sowohl auffällige DPOAE-Ergebnisse als auch niedrigere MoCA-Werte tendenziell in höheren Altersgruppen gehäuft auftraten. Zudem deuten weitere Ergebnisse darauf hin, dass Personen mit auffälligen DPOAE-Ergebnissen niedrigere MoCA-Werte aufwiesen im Vergleich zu Personen mit unauffälligen DPOAE-Ergebnissen.

Diese Befunde liefern Hinweise darauf, dass Veränderungen der peripheren Hörfunktion mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen zusammenhängen. In weiterführenden Analysen wird untersucht, ob subjektive Hörbeeinträchtigungen sowie zusätzliche Merkmale ein detaillierteres Bild der audiologisch-kognitiven Zusammenhänge ermöglichen. Diese Beobachtungen unterstreichen die Relevanz einer frühzeitigen audiologischen Untersuchung zur Unterstützung der kognitiven Gesundheit im Alter.