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28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Audiologie e. V.
04.-06.03.2026
Oldenburg

Meeting Abstract

Der Einfluss räumlicher, stimmlicher und visueller Merkmale auf das Sprachverstehen in einem Paradigma mit konkurrierenden Sprechern

Hartmut Meister - Universitäts-HNO-Klinik Köln, AG Audiologie, Jean Uhrmacher Institut, Köln, Deutschland
Denise Gradtke - Universitäts-HNO-Klinik Köln, AG Audiologie, Jean Uhrmacher Institut, Köln, Deutschland
Pascale Sandmann - Universitätsklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde am Evangelischen Krankenhaus Oldenburg, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oldenburg, Deutschland
Khaled Abdellatif - Universitäts-HNO-Klinik Köln, AG Audiologie, Jean Uhrmacher Institut, Köln, Deutschland

Text

In Situationen mit konkurrierenden Sprechern sind drei Hauptmechanismen hilfreich, um die verschiedenen auditiven Ströme zu trennen und die Sprache des gewünschten Sprechers zu extrahieren. Räumliche Merkmale, die auf interauralen Zeit- und Pegelunterschieden basieren, helfen bei der Bestimmung der Position der Sprecher, stimmliche Merkmale helfen bei der Unterscheidung zwischen den Sprechern, visuelle Merkmale ermöglichen es, den Sprecher zu identifizieren und Sprachmerkmale zu nutzen, die über die vom auditiven Kanal gelieferten hinausgehen. Personen mit Hörverlust und insbesondere Cochlea Implantat (CI-) Nutzende können jedoch bezüglich der Wahrnehmung auditiver Merkmale eingeschränkt sein, verfügen aber möglicherweise über bessere Fähigkeiten zur Verwendung visueller Sprache.

Die laufende Studie zielt darauf ab, den relativen Beitrag dieser Merkmale in Gruppen von alterstypisch hörenden (TH) Versuchspersonen und CI-Nutzenden in Bezug auf Sprachverstehen und kognitive Belastung zu untersuchen. Zu diesem Zweck wird eine Zielsprecherin, die Matrixsätze des Oldenburger Satztests präsentiert, von zwei konkurrierenden Sprechern überlagert, die entweder die gleiche oder eine andere Stimme haben und entweder räumlich um ±30° vom Ziel getrennt oder am selben Ort positioniert sind. Darüber hinaus werden diese Konditionen mit und ohne zusätzliche visuelle Sprache präsentiert, die von einem virtuellen Charakter bereitgestellt wird, der die Visualisierung beliebiger Sprachmaterialien ermöglicht. Der Zielsatz beginnt immer mit dem Namen „Stefan“, und der Ziel-Maskierer-Abstand wird adaptiv angepasst, um eine korrekte Worterkennung von 75% zu erreichen. Während der Stimuluspräsentation wird per Eye-Tracking die Blickrichtung bestimmt und die Pupillenerweiterung als Indikator für die kognitive Belastung determiniert.

Es wird angenommen, dass die beiden Studiengruppen deutlich unterschiedliche Muster aufweisen: Während bei den TH Personen in erster Linie auditive Merkmale hilfreich sind, wird erwartet, dass CI-Nutzende stärker von visuellen Merkmalen profitieren und insbesondere hinsichtlich des Benefits von Stimmmerkmalen eingeschränkt sind. Der vorliegende Beitrag skizziert den Hintergrund der Studie und das Design und präsentiert vorläufige Ergebnisse für die beiden Versuchspersonengruppen.

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, Kennzeichen ME 2751/4-1